Skoda SUV Afriq verfolgt doppelte Stoßrichtung

Von Andreas Grimm

Anbieter zum Thema

Die Skoda-Nachwuchskräfte haben zum achten Mal ein Auto nach ihren Vorstellungen komponiert und gefertigt. Hinter dem Skoda Afriq steckt eine doppelte Hommage an den tschechischen Autobauer.

Die Historie von Skoda ist um ein weiteres Modell reicher: den Afriq. Das Kamiq-Derivat ist das achte Azubi Car der Tschechen.(Bild:  Skoda)
Die Historie von Skoda ist um ein weiteres Modell reicher: den Afriq. Das Kamiq-Derivat ist das achte Azubi Car der Tschechen.
(Bild: Skoda)

In den zurückliegenden Monaten haben 25 Auszubildende von Skoda in der Unternehmenszentrale ihr persönliches Traumauto entwickelt und aufgebaut. Entstanden ist der Skoda Afriq – ein Einzelstück, das technisch auf dem Kamiq basiert, aber zugleich das Zeug hat, im Rallye-Einsatz mit Erfolg ins Ziel zu kommen. Der Afriq ist die achte Auflage des Projekts „Azubi Car“, mit dem die Nachwuchskräfte mit Unterstützung ihrer Lehrer und Spezialisten im Unternehmen ihr Wissen in der Praxis anwenden.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 25 Bildern

Der Afriq verweist einerseits auf die erfolgreichen Rallye-Aktivitäten von Skoda, weshalb sich die 22 Väter und 3 Mütter des Projekts technisch und optisch am Skoda Fabia Rally 2 Evo bedienten. Das Fahrzeug bezeichnet der Hersteller als das „derzeit erfolgreichste Rennfahrzeug der Welt“. Gleichzeitig erinnert der Name daran, dass Skoda seit dem 1. Januar 2021 die Verantwortung für die Konzernaktivitäten in der Region Nordafrika trägt.

Im Rahmen des Projekts „Skoda Azubi Car“ haben die Nachwuchskräfte der Tschechen seit 2014 verschiedene Studien vorgestellt, darunter das Cabrio Sunroq, das wohl mancher Skoda-Partner gerne im Schauraum gesehen hätte. Doch der Reihe nach:

Durch die intensive Beschäftigung mit Materialien, Konstruktionsgrundsätzen, Fertigung und Ausstattung können die Projektteilnehmer jedes Mal Gelerntes vertiefen, ihre Fähigkeiten praktisch anwenden und weiter verbessern sowie im Team arbeiten. Gleichzeitig lernen sie verschiedene Abläufe und spezialisierte Abteilungen im Unternehmen kennen. In diesem Jahr tauschten sie sich beispielsweise intensiv mit Experten von Skoda Motorsport aus.

Corona bremst das Projekt aus

„Unser diesjähriges Azubi Car ist das beeindruckende Ergebnis der enormen Kreativität und des großen Talents unserer kommenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, lobt Maren Gräf, Vorständin für People & Culture beim Hersteller, den Einsatz der Nachwuchsleute. Zudem hätten die Teilnehmer unter erschwerten Bedingungen gearbeitet, so Gräf. Sie hatten bereits im Herbst 2020 mit den Arbeiten am achten Azubi-Car-Projekt begonnen, gerieten dann aber in die Covid-19-Pandemie. Lange konnten sie sich ausschließlich online treffen, weshalb sich der Termin für die Fertigstellung des Fahrzeugs von Juni 2021 auf Mai 2022 verschob.

Der Aufbau des Afriq nahm letztlich vier Monate in Anspruch – insgesamt investierten die Auszubildenden rund 2.000 Arbeitsstunden. Die Karosserie des Basismodells Kamiq wurde dabei umfangreich angepasst: Die hinteren Türen wurden verschweißt und Kotflügel, Radhäuser sowie Stoßfänger vergrößert.

Die Teilnehmer mussten die Karosserie spachteln, sämtliche Kanten des Fahrzeugs anpassen und alle Fugen füllen, um die Karosserie perfekt zu formen. Zudem wurde die Federung verstärkt. Auch die umfangreichen Anpassungen für die Implementierung des Allradantriebs aus einem Octavia 4x4 waren anspruchsvoll.

Trinkwasser-Generator für den Wüsteneinsatz

Insbesondere bei Fragen der Ausstattung forderten die Auszubildenden den Austausch mit den Experten von Skoda Motorsport ein. Die Renn-Schalensitze, die Sechs-Punkt-Sicherheitsgurte, das Lenkrad und das Armaturenbrett stammen direkt aus dem Fabia Rally 2 Evo.

Rallyetypisch verfügt der Afriq außerdem über einen speziell angepassten Überrollkäfig und ein Feuerlöschsystem, das sich hinter dem Beifahrersitz befindet. Die Austrittsdüsen für das Löschmittel sind im gesamten Innenraum verteilt.

Eine echte Besonderheit ist der Einbau eines Trinkwassergenerators der israelischen Firma Watergen. Mit einem patentierten Verfahren gewinnt Watergen Trinkwasser aus der Feuchtigkeit der Umgebungsluft und kann damit selbst in der Wüste Trinkwasser generieren.

Erfrischung bei der Rallye

Im realen Rallye-Einsatz in der Wüste, etwa bei der Rallye Dakar, würde das System den Fahrern sauberes, aber mineralisiertes Trinkwasser zur Verfügung stellen. Im Afriq sind ein Becherhalter, die Auslaufstelle und ein Kontrolldisplay miteinander verbunden.

Das Wasser fließt so lange in den Becher, bis die Wasserzufuhr auf Knopfdruck gestoppt wird. Dabei werden auf dem Display neben dem aktuellen Füllstand des Wassertanks auch die Lufttemperatur und -feuchtigkeit angezeigt.

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung

(ID:48364813)