Metalltarifverhandlung in Baden-Württemberg Tarifgemeinschaft fordert eine Nullrunde

Autor: Doris Pfaff

Auf die Forderungen der IG Metall Bezirk Baden-Württemberg hat nun die Tarifgemeinschaft für Betriebe des Kraftfahrzeug- und Tankstellengewerbes Baden-Württemberg reagiert. Statt mehr Geld soll es für die Beschäftigten eine Nullrunde geben, um die Folgen der Krise zu bewältigen.

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Die IG Metall fordert für die Beschäftigten der Kfz-Branche für die nächste Tarifrunde insgesamt vier Prozent mehr Gehalt.
Die IG Metall fordert für die Beschäftigten der Kfz-Branche für die nächste Tarifrunde insgesamt vier Prozent mehr Gehalt.
(Bild: ProMotorVolz)

Außerdem sollen bei Neueinstellung Vergütungsspannen analog der Regelung im bayerischen Tarifgebiet geben, die in den ersten 24 Monaten bei Neuverträgen vorgesehen sind, die dann mit der endgültigen Tarifvergütung nach 24 Monaten enden. Ferner sollen die Zuschläge an Werktagen auf 25 Prozent vereinheitlicht werden.

Die bisherigen Zuschläge an Sonntag- und Feiertagen sollen unverändert bleiben. Eine weitere Forderung der Tarifgemeinschaft betrifft die Mehrarbeitszuschläge. Sie sollen erst ab der 41. Wochenstunde anfallen.

„Wir freuen uns auf konstruktive Verhandlungen, da wir gemeinsam versuchen müssen, die Krise zu verlassen. Anders als die Industrie konnten wir im Handel nicht „durcharbeiten“, weshalb wir Solidarität von der Arbeitnehmerseite einfordern“, erklärte Andreas Göritz als Tarifverhandlungsführer die Forderung der Tarifgemeinschaft. Die Verhandlungen starten Anfang Mai.

In der Kfz-Branche haben sich bereits die Arbeitgebervertreter des nordrhein-westfälischen Kfz-Gewerbes mit der Christlichen Gewerkschaft Metall geeinigt und einen neuen Tarifvertrag ausgehandelt. Nach einer Nullrunde gibt es ab März 2021 2,6 Prozent mehr Geld für Mitarbeiter in Autohäusern und Werkstätten in NRW. Azubis erhalten im Schnitt monatlich 50 Euro mehr.

IG Metall Baden-Württemberg fordert für die dort rund 55.000 Beschäftigten der Kfz-Branche insgesamt vier Prozent mehr Lohn sowie eine überproportionale Erhöhung der Ausbildungsvergütung. Der Tarifvertrag läuft bis zum 31. Mai 2021. Sollten die Verhandlungen bis dahin scheitern, sind ab dem 1. Juni sind Warnstreiks in den Betrieben möglich.

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Doris Pfaff

Redakteurin bei »kfz-betrieb«, Ressort Verbände & Politik