Tesla: Absatz steigt, Aktienkurs fällt

Autor / Redakteur: dpa / Christoph Seyerlein

Tesla hat im zurückliegenden Quartal einen neuen Auslieferungsrekord hingelegt. Das angepeilte Ziel von Elon Musk hat der Hersteller aber verfehlt. Das wirft Fragen nach den weiteren Chancen auf Wachstum auf.

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Die Absatzzahlen der Tesla-Modelle Model S und Model X geraten immer mehr ins Stocken.
Die Absatzzahlen der Tesla-Modelle Model S und Model X geraten immer mehr ins Stocken.
(Bild: Seyerlein/»kfz-betrieb«)

Der US-Elektroautobauer Tesla hat einen neuen Auslieferungsrekord erreicht, die Markterwartungen aber dennoch enttäuscht. Im dritten Quartal wurden insgesamt 97.000 Autos an die Kundschaft gebracht, wie Tesla am Mittwoch nach US-Börsenschluss im kalifornischen Palo Alto mitteilte. Trotz des neuen Bestwerts kamen die Absatzzahlen bei Anlegern gar nicht gut an – Teslas Aktien fielen am Donnerstag im frühen US-Handel um mehr als sieben Prozent.

Analysten hatten mit einem besseren Ergebnis gerechnet, zumal Teslas ehrgeiziger Firmenchef Elon Musk kurz zuvor noch Zuversicht geschürt hatte. „Wir haben die Chance, unser erstes Quartal mit 100.000 Auslieferungen zu erreichen“, schrieb der 48-jährige Tech-Milliardär in einer in US-Medien veröffentlichten E-Mail an die Tesla-Mitarbeiter.

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Letztlich schaffte Tesla zwar einen neuen Rekord, verfehlte aber Musks sechsstelliges Auslieferungsziel und erreichte nur einen Anstieg von knapp zwei Prozent im Vergleich zum Vorquartal. Analysten äußerten sich kritisch. „Wir fragen uns, ob die Nachfrage nach Teslas Autos abflacht“, schrieb Experte Joe Osha vom Investmentmanager JMP Securities und stufte das Kursziel für Teslas Aktien herab.

Model S und Model X immer weniger relevant

Der Großteil der ausgelieferten Autos entfiel mit 79.600 Stück auf den Hoffnungsträger Model 3. Während die Nachfrage nach Teslas günstigstem Fahrzeug hoch bleibt, gerät der Absatz der älteren Luxuswagen Model S und X ins Stocken. Diese Abschwächung und den Einfluss, den sie auf die Profitabilität habe, dürfte Investoren weiter umtreiben, meint Nomura-Experte Christopher Eberle.

Fest steht: Für Tesla-Chef Musk wird es nun sehr schwierig, seine ambitionierten Jahresziele zu erreichen. 2019 will er insgesamt 360.000 bis 400.000 Wagen ausliefern. Dafür müsste Tesla sich im Schlussquartal deutlich steigern. Außerdem fürchten Anleger, dass der Hersteller die von Musk versprochenen schwarzen Zahlen nicht erreichen wird, da die Gewinnspannen beim boomenden Model 3 gering sind.

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