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Texa: Der Rechner, der schwimmt

| Autor / Redakteur: Steffen Dominsky / Steffen Dominsky

Mit seiner Bedieneinheit „Axone Nemo“ modernisiert der italienische Anbieter Texa sein Diagnoseangebot. Sie bietet weit mehr als ein klassischer Tablet-PC.

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Der neue Axone Nemo ist mehr als nur spritzwassergeschützt.
Der neue Axone Nemo ist mehr als nur spritzwassergeschützt.
(Bild: Texa)

Nemo war bekanntlich der Name des Kapitäns in Jules Vernes Roman „Zanzigtausend Meilen unter dem Meer“. Mittel zum Zweck war das fiktive Unterseeboot namens Nautilus. Und das Kommando innehaben, sprich die unterschiedlichsten Diagnose- und Servicearbeiten steuern, das sollen Werkstätten, wenn es nach dem Willen von Texa geht, künftig möglichst mit dem Axone Nemo.

Der handliche Spezial-Tablet-PC ist das neue Flaggschiff der Italiener. Und das verkraftet Dank seiner Schutzklasse IP67 nicht nur Spritzwasser klaglos, es soll sogar schwimmen können. So erhielt es erstens den Namen des bekannten Unterwasserhelden und zweitens ein Patent, das auf der ganzen Welt nicht nur für Diagnosegeräte, sondern auch auf gewöhnliche Tablets und Laptops anwendbar ist, sagt Texa.

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Anspruchsvolle Hardware

Das Geräte-Gehäuse besteht aus Magnesium – was das Gerät sehr leicht und trotzdem stabil macht, sodass es auch Stürze aus 1,2 Metern Höhe problemlos überstehen soll. Durch die bessere Wärmeableitung eines Metall- gegenüber eines Kunststoffgehäuses können die Entwickler auf kleinerem Raum eine leistungsstärkere Elektronik unterbringen.

Die Bedienung erfolgt über einen 12 Zoll großen Touchscreen, der über eine Auflösung von 2160 x 1440 Pixeln verfügt. Wie moderne Smartphones ist er durch die Verwendung von „Gorilla Glas“ einerseits gut geschützt, andererseits verfügt er über eine gute Ablesbarkeit auch unter direkter Sonneneinstrahlung. Ein Lichtsensor steuert automatisch die Helligkeit des Displays.

Ein Intel-Quad-Core-N3160-Prozessor mit 8 GB RAM und eine 256-GB-HD-Festplatte sollen langfristig eine Rechenleistung sicherstellen, die die immer umfangreicheren Diagnoseprotokolle und technischen Informationen der Texa-IDC5-Software benötigen. Die Zeit für den Verbindungsaufbau zum Fahrzeugsteuergerät durch die Software soll laut Hersteller dadurch um bis zu 90 Prozent schneller als bisher erfolgen.

In Sachen Kommunikation punktet der Nemo mit einem Zweikanal-Wi-Fi: Es stellt die Verbindung zum Internet her und kann gleichzeitig mit einem anderen im Netz befindlichen Gerät kommunizieren. Dazu gehört beispielsweise ein Zweikanal-Bluetooth-Modul, das seinerseits gleichzeitig als Schnittstelle für die Eigendiagnose und für elektrische Messungen mit einem Oszilloskop genutzt werden kann. Eine 4G-LTE-Antenne dient als Schnittstelle zur Außenwelt.

Kompatibel mit allen modernen Schnittstellen

Anders als bei den allermeisten Tablet-PCs kann der Nemo-Nutzer diesen im Funktionsumfang erweitern, indem er auswechselbare Module auf der Geräterückseite einfach einclipst. Hier hat Texa unter anderem ein DoIP-Modul vorgesehen, das es erlaubt, künftige Fahrzeuge, welche die „Diagnose über Internetprotokoll“ verwenden, ebenfalls zu diagnostizieren. Ein thermodynamisches Modul hingegen soll ganz neue Wege bei der Feststellung von Fehlern im Fahrzeug ermöglichen. Mit ihm kann der Anwender bestimmte Bereiche im Fahrzeug scannen und dabei Temperaturunterschiede erkennen. So kann er z. B. an heißen Steckern hohe Übergangswiderständen detektieren, ohne eine Messung durchführen zu müssen. Im Umkehrschluss kann er schlecht oder nicht arbeitende Einspritzdüsen erkennen, da diese kälter als ihre Kollegen sind. Als weitere Module sind ein Gyroskop, ein Kompass, ein Beschleunigungssensor, ein GPS-Modul, ein Barometer und ein Höhenmesser angedacht.

Als Betriebssystem fungiert Windows 10, welches die gesamte Bandbreite der Texa-Diagnose unterstützt. Somit können Werkstätten das Gerät bei Pkws, Lkws, Motorrädern, Land- und Baumaschinen sowie Booten einsetzen. Kunden, die ein Pkw-Grundgerät erwerben, erhalten kostenlos die exklusive Diagnosesoftware „Supercar“, Anwender des Lkw-Grundgeräts diejenige für Land- und Baumaschinen. Mit dem Axone Nemo sollen sich alle Diagnoseschnittstellen der neuen Generation, mit den Oszilloskop- und Messgeräten Uniprobe und Twinprobe, mit dem Abgasmessgeräten für Diesel- und Ottomotoren sowie den Geräten TPS und TPS-Key für die Reifendruckkontrolle steuern lassen.

Lieferbar ist das Gerät am November zum Preis von 3.100 Euro (UVP).

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