Toyota eröffnet neues Zuhause für Oldtimersammlung

Autor / Redakteur: Steffen Dominsky / Steffen Dominsky

Rund 70 Exponate sind in der Fahrzeugsammlung zu sehen, die jetzt auf dem Gelände der Toyota Deutschland GmbH ihr neues Zuhause gefunden haben. Die Toyota Collection entstammt der privaten Fahrzeugsammlung von Peter Pichert.

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Unweigerlich der Star der Sammlung: Peter Picherts 2000 GT. Lediglich 351 Stück wurden von 1967 bis 1970 gebaut. Sein 2-Liter-Reihensechszylinder mit 150 PS machte den Flitzer 220 km/h schnell.
Unweigerlich der Star der Sammlung: Peter Picherts 2000 GT. Lediglich 351 Stück wurden von 1967 bis 1970 gebaut. Sein 2-Liter-Reihensechszylinder mit 150 PS machte den Flitzer 220 km/h schnell.
(Bild: Dominsky)

„Nichts ist unmöglich“ lautet ein alter, aber nach wie vor bekannter Werbeslogan von Toyota Deutschland. Diesen muss einst der Passauer Peter Pichert im Hinterkopf gehabt haben. Bereits etliche Jahre hatte der Niederbayer als Händler der ersten Stunde in Sachen Vermarktung neuer Toyota-Modelle fungiert, als er 1994 seine Sammelleidenschaft für alte Autos in geordnete und öffentlich zugängliche Bahnen lenkte: Pichert kauft die alte Schneiderei in Hartkirchen bei Pocking und überführt seine private Young- und Oldtimersammlung in ein Museum.

Während sich zu diesem Zeitpunkt autobegeisterte Unternehmer in aller Regel für Fahrzeuge deutscher, italienischer oder englischer Herkunft interessierten, schlug Picherts Herz – wie konnte es anders sein – auch im privaten für die Marke aus der japanischen Stadt mit Namen Toyota. Ergo eröffnete der Autonarr das erste und einzige private Toyota-Museum im Land.

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Dabei bestand die Sammlung natürlich vor allem aus dem, wofür die Marke in erster Linie über lange Zeit stand: zuverlässige Allerweltsmodelle. Doch auch die die sportlichen Ausritte der Japaner in die Modelllandschaft hat Pichert gesammelt und somit der Nachwelt erhalten. Dazu zählen z. B. die legendäre Celica in all ihren Generationen, der MR2 oder natürlich der 2000 GT, der es als einziger Sportwagen aus Fernost zumindest im Ruhm und in der Rarität mit so manchem Ferrari aufnehmen kann – gerade einmal 351 Stück wurden gebaut.

Dabei – und auch das ist durchaus skurril – hat der Unternehmer seine Autos nicht aktiv gesucht: Sie sind ihm, wie man so schön sagt, in der Regel zugelaufen. Was mit Inzahlungnahmen bei Neuwagengeschäften begonnen hatte, endete irgendwann mit Schenkungen aus ganz Europa. Es sprach sich eben herum, dass Pichert ein Herz für alte Toyotas hat.

Neben Serienfahrzeugen auch echte Unikate zu sehen

Diese Tatsache beförderte auch sehr ungewöhnliche Modelle in die Sammlung wie z. B. einen Toyota-FJ-Jeep mit dem silbernen „Chevota“-Aufkleber. Denn unter der Haube steckt kein Vier- oder Sechszylinder aus Japan, wie zu erwarten wäre, sondern der 5,7 Liter große Small-Block-V8 aus der Chevrolet Corvette. Eine weitere Rarität in der Sammlung ist ein höchst seltener Feuerwehrumbau. Ihn hatte sich einst die Feuerwehr der Tiroler Gemeinde Reith als alpines Löschfahrzeug bauen lassen. Picherts absoluter Liebling war jedoch ein unscheinbarer grüner Corolla, mit dem 1971 alles angefangen hatte. Es war das allererste Auto, das der Toyota-Händler verkaufte. 7.650 DM hat er vor über 40 Jahren dafür in Rechnung gestellt und konnte sein Glück kaum fassen, als er das Coupé Jahrzehnte später wieder zurückbekam.

Leider verstarb der Firmengründer und Oldtimerfan im vergangenen Jahr. Da die Familie mit dem Neuwagenverkauf genug zu tun hat und nachdem es Günter Schneiderbanger, Picherts Freund und Wegbegleiter, der sich bislang um die Sammlung kümmerte, zu viel wurde, war die Auflösung der seltenen Sammlung irgendwann beschlossene Sache. Doch bevor sie zerschlagen wurde, schaltete sich die deutsche Toyota-Zentrale in Köln ein und übernahm kurzerhand die gesamten Pichert-Preziosen.

Da in die ehemalige Tennishalle, die auf dem Gelände von Toyota Deutschland nun für die Oldtimer zum Museum umgebaut wurde, nur etwa die Hälfte der Sammlung hineinpasst, war der Importeur gezwungen, bis auf 70 Exemplare alle anderen Autos zu versteigern. Ein weiterer Wermutstropfen: Die Collection ist nur sehr beschränkt zugänglich, anders als etwa das ebenfalls in diesem Jahr eröffnete Mazda-Musem: Sie ist nur am ersten Samstag im Monat von 10:00 bis 14:00 Uhr für Besucher geöffnet.

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