Toyota: Fragezeichen hinter neuen Verträgen

Händlerverband rechnet mit herausfordernden Verhandlungen

| Autor: Julia Mauritz

20 Delegierte aus dem Händlernetz waren zur Veranstaltung nach Berlin gekommen.
20 Delegierte aus dem Händlernetz waren zur Veranstaltung nach Berlin gekommen. (Bild: Yvonne Simon / »kfz-betrieb«)

Toyota Deutschland blickt auf ein erfolgreiches Jahr 2018 zurück und die Vertriebsaussichten sind angesichts von zahlreichen volumenträchtigen Modellneueinführungen bei der japanischen Marke gut. Dennoch gibt es zahlreiche Themen, die die Toyota-Händler aktuell beschäftigen. Das zeigte sich auf der Delegiertenversammlung des Toyota- und Lexus-Händlerverbands (TLHV), die am Dienstag in Berlin stattfand.

Allen voran brannte den gut 20 Delegierten die Frage nach der Ausgestaltung der neuen Verträge unter den Nägeln, die am 1. Oktober 2020 in Kraft treten werden. Einen ersten Vertragsentwurf hatte Toyota Deutschland dem Händlerverband vor wenigen Wochen vorgelegt. Ende Mai starten die Verhandlungen zwischen dem Kölner Importeur und dem TLHV.

Frank Levy, der bereits 2018 zum TLHV-Präsidenten gewählt worden war und auf der Delegiertenversammlung im Amt bestätigt wurde, rechnet mit herausfordernden Verhandlungen. Klärungsbedarf herrsche vor allem bezüglich des Rollenverständnisses zwischen Hersteller und Handel sowie der Rechte, die sich Toyota im Hinblick auf die Digitalisierung und mögliche neue Mobilitätsangebote sichern wolle. Mit einer Einigung rechnet der Händlerverbandspräsident nicht vor dem Spätherbst. „Wir stehen noch ganz am Anfang“, unterstrich Levy auf der Veranstaltung.

Mit Sorge beobachtet der TLHV die Entwicklung der Ertragssituation im Handel: 2018 hätten die Toyota-Partner im Schnitt 1,9 Prozent Umsatzrendite erwirtschaftet, im Vergleich zu den beiden Vorjahren ist das ein Rückgang. 2017 hatte der Wert bei 2,0 gelegen, 2016 bei 2,3 Prozent. Im ersten Quartal 2019 lag die Rendite mit 0,1 Prozent anders als in den Jahren zuvor sogar nur ganz knapp im positiven Bereich.

Luft nach oben bei der Verfügbarkeit von Hybriden

Auch die Entwicklung der Verkaufszahlen in den ersten vier Monaten des Jahres hält der Verband angesichts des angestrebten klaren Wachstumskurses für verbesserungswürdig: Per Ende April 2019 waren hierzulande 5,5 Prozent weniger Fahrzeuge neu in die Zulassung gebracht als im Vorjahreszeitraum. Vor allem bei der Verfügbarkeit der Hybridmodelle gebe es Luft nach oben. Bei den Benzinern sei das zwar kein Thema, der Handel habe aber durch die starke Fokussierung auf die Hybridtechnik ein Stück verlernt, diese Antriebe zu verkaufen.

Mit Spannung erwartet der TLHV das neue Privatleasingangebot, das Toyota im September einführen will. „Wichtig ist, dass Toyota nicht die Restwerte der Fahrzeuge und Erträge der Toyota-Partner zugunsten einer günstigen monatlichen Leasingrate gefährdet“, unterstrich Frank Levy.

Vizepräsident im Amt bestätigt

Neben aktuellen operativen und strategischen Themen stand in Berlin auch die Neuwahl des Vorstands für die kommenden drei Jahre auf der Agenda. In diesem Zusammenhang bestätigten die Delegierten zunächst neben dem Präsidenten auch Alexander Nix (Autohaus Nix) als Vizepräsidenten und Andreas Stege (Wellergruppe) als Vorstand Lexus in ihren Ämtern. Beide waren genau wie Frank Levy im Herbst 2018 außerturnusmäßig gewählt worden und sollen nun die gleiche Amtsperiode wie die restlichen Vorstandsmitglieder haben.

Neu in den Vorstand gewählt wurden Alexander Specht vom Autohaus Specht, der künftig im TLHV für den Ausschuss Händlerentwicklung und EDV zuständig ist, sowie Björn Simer vom Autohaus Glückauf, der den Bereich Finanzdienstleistungen verantwortet. Ulf Pfeiffer von der AVAG wechselte vom Finanzdienstleistungsausschuss in das Vorstandsressort Vertrieb. Wiedergewählt wurden als Vorstandsmitglieder Carsten Schulz von der S+K GmbH (Ausschuss Marketing) und Roland Brucker vom Autohaus Brucker (Ausschuss Kundenservice).

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