Toyota kündigt die Händlerverträge

Autor / Redakteur: Julia Mauritz / Julia Mauritz

Der Kölner Importeur reagiert mit einem drastischen Schritt auf seinen schwachen Neuwagenabsatz: Toyota kündigt allen Vertragshändlern zum 31. Mai 2016.

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(Foto: Mauritz)

Toyota strukturiert sein Händlernetz um und kündigt zu diesem Zweck die Verträge seiner Vertriebspartner fristgerecht zum 31.Mai 2016. Künftig wird es das seit 2002 bestehende zweistufige Netz mit Gruppenhändlern und angeschlossenen Partnerbetrieben nicht mehr geben: „Wir wollen einen direkteren Kontakt zu unseren Händlern, deshalb werden wir ab Mitte 2016 mit einem einstufigen Netz arbeiten“, begründete Tom Fux, Präsident von Toyota Deutschland, in einer Presseaussendung diesen Schritt. Direkte Service- und Teileverträge sollen von den Kündigungen nicht betroffen sein.

Eine radikale Netzverkleinerung ist im Rahmen der Vertragskündigungen wohl nicht geplant: Überwiegend sollen die aktuell gut 520 Händler nach Aussage von Toyota Deutschland neben dem Kündigungsschreiben direkt einen neuen Vertragsentwurf erhalten. Die Planungen sehen wohl eine Zielgröße von 400 bis 420 Händlern vor.

Das Verkaufsvolumen soll nicht das alleinige Kriterium für die Auswahl der künftigen Vertriebspartner sein. Toyota-Deutschland-Präsident Tom Fux hatte im März auf dem Genfer Autosalon auf die Frage nach einer möglichen Netzrestrukturierung geantwortet, dass Toyota auf jeden Fall an den so genannten Local Heroes festhalten werde, die in ländlich geprägten Gebieten einen überdurchschnittlich hohen Marktanteil haben. Entscheidend sei nicht das Volumen, sondern die Kundenzufriedenheit.

Toyota verspricht den Händlern höhere Rentabilität

Den verbleibenden Vertriebspartnern stellt der Toyota-Deutschland-Präsident mit der neuen Netzstruktur eine deutlich höhere Rentabilität in Aussicht: „Die Neustrukturierung wird uns und den Händlern mehr Effizienz bringen. Mit dieser Maßnahme erwarten wir nachhaltiges Wachstum“, betonte er.

2014 hatte Toyota in Deutschland 70.267 Neufahrzeuge vermarktet, in diesem Jahr hat der Kölner Importeur 74.000 Neuzulassungen im Visier. Angesichts der rückläufigen Verkaufszahlen, der unbefriedigenden Renditesituation und der Einführung eines neuen leistungsorientierten Margensystems war die Stimmung im Handel zuletzt an einem Tiefpunkt angekommen.

Burkhard Weller, Toyota-Händler und ehemaliger Verbandspräsident begrüßt die Kündigung der Vertriebsverträge: Sie sei bestens geeignet, um das überbesetzte Händlernetz an den richtigen Stellen zu bereinigen. „Ich hätte mir allerdings gewünscht, dass sich der Händlerverband, zum Wohle seiner Mitglieder, aktiv am Prozess beteiligt“, so Weller.

Im Gespräch mit »kfz-betrieb« hatte Weller kürzlich sogar vom Importeur gefordert, das Netz deutlich auf rund 120 Händler zu verkleinern: „Alle anderen muss er mit einem goldenen Handschlag verabschieden, das Geld dafür ist vorhanden. Schließlich haben die Händler jahrelang erfolgreich Autos verkauft und so auch den Gewinn des Herstellers vermehrt.“

Als positiv wertet Burkhard Weller auch die Rückkehr zum einstufigen Netz: „Ich finde diesen Schritt gut und gerecht gegenüber den fleißigen Partnerhändlern.“

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