Transporterreifen versagen im ADAC-Test

Viele C-markierte Produkte haben große Defizite auf nasser Fahrbahn

| Autor: Jan Rosenow

Fuhrparkmanager sollten nicht nur an die Laufleistung von Reifen denken, sondern auch an den Nassgrip.
Fuhrparkmanager sollten nicht nur an die Laufleistung von Reifen denken, sondern auch an den Nassgrip. (Bild: ©Shutter81 - stock.adobe.com)

Diese Szene kennt wohl jeder Autofahrer: Man fährt mit entspannten 140 km/h auf der mittleren Spur, und plötzlich verdunkelt sich die Sonne, weil links ein Transporter mit erheblichem Geschwindigkeitsüberschuss vorbeirauscht. Moderne Kleintransporter schaffen problemlos Tempos bis 180 km/h, und die stets unter Zeitdruck befindlichen Fahrer nutzen diese auch gerne aus – selbst auf nasser Fahrbahn.

Das mulmige Gefühl, das manche Autofahrer in einer solchen Situation beschleicht, ist berechtigt. Denn wie der ADAC in seinem neuen Reifentest aufzeigt, sind viele spezielle Transporterreifen (erkennbar an der „C“-Markierung) vor allem auf hohe Laufleistung und niedrigen Rollwiderstand ausgelegt, während der Nassgrip keine große Rolle spielt. Von den 16 getesteten Modellen erzielten neun das Ergebnis „mangelhaft“. Hauptgrund sind gravierende Defizite auf Nässe.

Viele Transporterreifen wurden vom ADAC wegen schlechter Nässeperformance abgewertet.
Viele Transporterreifen wurden vom ADAC wegen schlechter Nässeperformance abgewertet. (Bild: ADAC)

Die Reifentester des Münchner Clubs haben sich diesmal mit der Reifengröße 215/65 R 16 C beschäftigt, die vorwiegend im gewerblichen Bereich eingesetzt wird. Aber auch für privat genutzte Vans und Wohnmobile spielt sie eine Rolle. Der Zielkonflikt zwischen hoher Laufleistung und sicherem Nässeverhalten lässt sich bei den C-Reifen sehr schön erkennen. Die drei Reifen, die bezüglich des Verschleißes am besten abschnitten (Sava, Fulda, Michelin), sind allesamt „mangelhaft“ bei Nässe. Und das bedeutet instabile Seitenführung und lange Bremswege. So zeigt der Fulda mit 75.000 Kilometern zwar eine erstaunliche Laufleistung, hat aber aus 80 km/h auf Nässe mit knapp 55 Metern den zweitlängsten Bremsweg im Test. Zum Vergleich: Der Bremsweg eines Pkw-Sommerreifens dieser Dimension ist kürzer als 40 Meter.

Dass es auch anders geht, zeigen die Ergebnisse von Goodyear, Pirelli und Continental, die immerhin „befriedigenden“ Nassgrip mit sehr gutem Verschleißverhalten kombinieren. Testsieger wurde aber ein anderer: Der indische Apollo Altrust zeigte die ausgewogenste Performance aller Testkandidaten.

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