Togg Türkischer E-Autobauer rüstet sich für den Marktstart

Von Andreas Grimm

Auf der Messe CES hat der türkische Hersteller Togg klargemacht, dass er es ernst meint mit dem Verkauf von E-Autos. Die nun gezeigte seriennahe Limousine, die zweite Studie der Marke, ist mehr als ein Auto – sie ist ein „Mobilitäts-Ökosystem“.

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Der junge türkische Autobauer Togg hat die Messe CES in Las Vegas genutzt, um ein weiteres Modell vorzustellen, das „Transition Concept Smart Device“.
Der junge türkische Autobauer Togg hat die Messe CES in Las Vegas genutzt, um ein weiteres Modell vorzustellen, das „Transition Concept Smart Device“.
(Bild: Togg)

Die Elektromobilität ruft immer neue Hersteller auf den Plan. Unter anderem hat sich aus der Türkei das Unternehmen Togg gemeldet. Der künftige Hersteller will allerdings keine traditionelle Automarke sein, sondern als Technologieanbieter verstanden werden. So ist dann auch der Auftritt von Togg auf der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas zu verstehen, wo die Türken ein voll vernetztes C-Segment-Fahrzeug namens „Transition Concept Smart Device“ präsentiert haben.

Der Name verweist auf die Konzeption eines Autos als fahrender Datenträger: Konnektivität, autonomes Fahren, Individualisierung und datengetriebene Geschäftsmodelle sind – noch nicht näher definierte – Bestandteile des Gesamtkonzepts.

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Das Auto selbst ist zwischen Limousine und SUV-Coupé angesiedelt. Chefdesigner Murat Günak, ehemals für Volkswagen tätig, hat es mithilfe von Pininfarina entworfen. Der Stromer zeichnet sich optisch durch gegenläufig öffnende Türen sowie eine recht hoch bauende Silhouette aus. Die Außenspiegel sind kamerabasiert, die Türgriffe unsichtbar eingefasst. Innen wird die Togg-Studie von riesigen Displayflächen dominiert, dazu kommen ein eckiges Lenkrad und vier Einzelsitze.

Die Pläne von Togg-Chef Mehmet Gürcan Karakas, einem ehemaligen Bosch-Manager, klingen äußerst ambitioniert. In etwas mehr als einem Jahr soll das erste Serienfahrzeug auf den Markt kommen, und bis 2030 sollen eine Million Fahrzeuge in fünf verschiedenen Segmenten produziert werden, die sich die Plattform „Smart Life“ teilen.

Allerdings ist der ambitionierte Zeitplan schon wieder etwas ins Rutschen geraten, wie so oft bei automobilen Start-ups: Ursprünglich sollte das erste Auto bereits Ende dieses Jahres in den Verkauf kommen. Nun ist vom dritten Quartal 2023 die Rede. Starten will Togg allerdings mit dem bereits 2020 vorgestellten SUV, das auf der CES aber keine Rolle spielte.

Die nun auf der CES vorgestellte Limousine soll „zeitnah“ auf das SUV folgen. Ebenfalls angekündigt ist eine Steilheckversion der Limousine. Ein B-Segment-SUV und ein C-Segment-MPV sollen das Portfolio nach Togg-Angaben später abrunden.

Für die Plattform „Smart Life“ stehen grundsätzlich zwei Antriebsversionen mit 147 kW/200 PS oder 297 kW/404 PS sowie zwei Batteriegrößen mit 300 beziehungsweise 500 Kilometer Reichweite zur Verfügung. Doch Togg geht noch weiter und will auch die Batterieproduktion für seine Elektroautos zusammen mit dem chinesischen Hersteller Farasis selbst in die Hand nehmen. Beide haben ein Joint Venture namens Siro mit Sitz in Gemlik, im Nordwesten der Türkei, gegründet. Dabei möchte sich das türkische Unternehmen auch als Anbieter von Batterie- und Energiespeichersystemen im nicht-automobilen Bereich etablieren.

Mit Material von ampnet

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