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TÜV Süd automatisiert das Remarketing

Autor / Redakteur: Holger Schweitzer / Dr. Holger Schweitzer

Der TÜV Süd stellt den rasanten technischen Wandel der Automobilbranche in den Mittelpunkt der diesjährigen IAA. Unter anderem informiert das Unternehmen über sichere Standards für hochautomatisierte Fahrzeuge und digitale Produkte für Autohäuser – dazu gehört künftig auch ein Fotoroboter.

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Patrick Fruth, CEO der Division Mobility beim TÜV Süd, erläuterte auf der IAA-Pressekonferenz, wie sich die Sachverständigenorganisation auf die Mobilität der Zukunft vorbereit.
Patrick Fruth, CEO der Division Mobility beim TÜV Süd, erläuterte auf der IAA-Pressekonferenz, wie sich die Sachverständigenorganisation auf die Mobilität der Zukunft vorbereit.
(Bild: »kfz-betrieb« / Schweitzer)

Wie sich die Automobilbranche wandelt, zeigt sich nicht nur bei den Fahrzeugherstellern. Auch Prüforganisationen wie der TÜV Süd müssen sich den Herausforderungen der technischen und gesellschaftlichen Veränderungen stellen. Was dies genau bedeutet, demonstriert das Unternehmen den IAA-Besuchern auf seinem Stand in Halle 4.1 des Frankfurter Messegeländes. Patrick Fruth, CEO der Division Mobility beim TÜV Süd, erklärte auf einer Pressekonferenz am Mittwoch, dass zu den Kernthemen zum Beispiel hochautomatisierte Fahrzeugfunktionen gehören.

Remarketing mit Roboter und künstlicher Intelligenz

Der zunehmenden Digitalisierung von Arbeitsprozessen in Autohäusern und Werkstätten will der TÜV Süd mit entsprechenden Produkten und Dienstleistungen entgegenkommen. Hier stehen laut Fruth im Fokus der Münchner, wie Prozesse standardisiert sowie Durchläufe beschleunigt und Kosten gesenkt werden können.

Als Beispiele hierfür nannte der Geschäftsführer digitale Konzepte wie die Vorabbewertung für Leasingrückläufer Blue-Now oder die Photo-Fairy-360° – ein Bildertool für professionelle Gebrauchtwagenfotos, das im Rücknahmeprozess eingesetzt werden kann. Wichtiger Bestandteil des Konzepts ist der Roboter „Mic“ (Move in circles), der vollautomatisch hochqualitative 360-Grad-Außenaufnahmen von Fahrzeugen erstellen soll. Wie das Unternehmen informiert, errechnet der Roboter per künstlicher Intelligenz nachträglich die Bildmitte und stabilisiert die Aufnahme. Der Fotoroboter soll ohne große Infrastruktur örtlich flexibel einsetzbar sein und so kosteneffizient den Vermarktungsprozess unterstützen.

Für das Unfallschadengeschäft bietet der TÜV Süd mit Blue-Button ein Onlineportal für das Schadenmanagement. Auch bei der digitalen Kommunikation mit Kunden unterstützt das Unternehmen Betriebe: Der sogenannte Blue-Digital-Index misst die Relevanz eines Autohauses im Web und empfiehlt, wie diese verbessert werden kann. Zudem verweist die Autohaus-App auf neue Möglichkeiten der Kundenansprache und Kundenbindung.Wie Patrick Fruth erklärt, könne man durch das Zusammenspiel der einzelnen Produkte den Fahrzeugbestand digital kontrollieren. Zudem ließen sich die Standzeiten bei Gebrauchtfahrzeugen verringern.

Weitere Hilfe beim Remarketing soll künftig der Digital Vehicle Scan bieten: Hier werden Fahrzeuge in etwa 20 Sekunden beim Durchfahren der Sensoren optisch erfasst und dokumentiert – inklusive Unterboden und Reifendruck.

Autonom Fahren – aber sicher

Die Experten des TÜV Süd sind laut Fruth zudem involviert, wenn es darum geht, hochautomatisierte Fahrzeuge zu homologieren sowie physische Tests und Simulationen von Verkehrs- und Fahrzeugsituationen durchzuführen. Auch beim Thema Cyber-Security in vernetzten Fahrzeugen seien die Fachleute gefragt. Zudem setze sich die Prüforganisation für einheitliche Standards bei der Homologation und der Zulassung hochautomatisierter Fahrzeuge ein. Hierfür würden die Münchner eng mit Forschungseinrichtungen, Behörden sowie den Fahrzeugherstellern zusammenarbeiten.

Gleiches gilt nach den Worten Fruths auch für Sicherheitsstandards in der Elektromobilität. Ein wichtiger Baustein für die Prüforganisation ist hier das Testen von Antriebsbatterien auf Performance und Sicherheit. Ferner will man Ladestationen für Elektrofahrzeuge zertifizieren; künftig können demnach Hochleistungsladesysteme bis zu 360 Kilowatt gecheckt werden.

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