Urteil: Werkstätten müssen auf weiteren Reparaturbedarf hinweisen

Autor / Redakteur: autorechtaktuell.de / Yvonne Simon

Eine Werkstatt muss nicht nur eine beauftragte Reparatur mangelfrei erbringen – sie unterliegt auch weiteren Pflichten und Nebenpflichten. Das verdeutlicht ein aktuelles Urteil des Oberlandesgerichtes Düsseldorf

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(Bild: Promotor/Volz)

Eine beauftragte Werkstatt muss die Werkleistung „Reparatur“ nicht nur mangelfrei erbringen – sie unterliegt auch weiteren Pflichten beziehungsweise Nebenpflichten. Das verdeutlicht ein aktuelles Urteil des Oberlandesgerichtes (OLG) Düsseldorf vom 17.10.2019 (AZ: I-21 U 43/18).

Im verhandelten Fall beauftragte ein Kunde eine Kfz-Werkstatt mit der Durchführung von umfassenden Reparaturarbeiten am Motor seines Pkw. Unter anderem wurden alle hydraulischen Ventilspielausgleichselemente und ein Kettenspanner erneuert. Nicht untersucht wurde allerdings der Zustand der Steuerkette, welche bereits stark gelängt und austauschbedürftig war. Der Kunde erhielt sein Fahrzeug nach erfolgter Motorreparatur zurück und erlitt nach einigen hundert Kilometern einen Totalschaden. Dieser resultierte aus dem Zustand der Steuerkette. Der Kunde begehrte Schadenersatz und obsiegte vor Gericht.

Das OLG Düsseldorf stellte fest, die Werkstatt hätte den Zustand der Steuerkette überprüfen und dem Kunden einen Austausch empfehlen müssen. Sie hätte auch auf Unzulänglichkeiten an den Teilen achten müssen, mit denen sie sich im Zuge der durchgeführten Reparatur befasste und deren Mängel danach nicht mehr ohne Weiteres entdeckt und behoben werden konnten.

Verletzung von Prüf- und Hinweispflichten

Im fehlenden Hinweis sah das Gericht eine Verletzung von Prüf- und Hinweispflichten an den Kunden. Demgemäß waren diesem die für den Erwerb und Einbau eines Austauschmotors entstandenen Kosten zu ersetzen. Sogenannte Ohnehin-Kosten, die beim Austausch der Steuerkette angefallen wären, zog das Gericht vom Schadenersatzanspruch allerdings ab.

Das OLG Düsseldorf ist der Ansicht, dass der Reparaturbetrieb bei Durchführung der Reparatur ersichtliche Mängel dem Kunden mitteilen müsse. Dies gelte vor allem für Mängel, die nach Abschluss der beauftragten Reparatur nicht ohne Weiteres entdeckt und behoben werden könnten.

Hinweise sollten schriftlich festgehalten werden

Wichtig ist, dass solche Hinweise auch schriftlich und beweissicher seitens des Reparaturbetriebs festgehalten werden sollten. Nur so kann man eventuellen Schadenersatzansprüchen des Kunden aus Folgeschäden erfolgreich entgegentreten.

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