E-Prämie VAD will Förderung für junge gebrauchte E-Autos

Von Nick Luhmann 2 min Lesedauer

Um die E-Mobilität weiter anzukurbeln, braucht es aus Sicht des Autohändlerverbands eine Ausweitung der E-Prämie auch auf gebrauchte E-Autos. Der Verband fordert dies vor allem für bis zu 14 Monate alte Stromer.

Schon bei der Umweltprämie 2009 wurden bis zu 14 Monate alte Fahrzeuge mit gefördert, also könne man das heute auch tun, argumentiert der VAD.(Bild:  Wolf Warncke, Autohaus Warncke GmbH, Tarmstedt)
Schon bei der Umweltprämie 2009 wurden bis zu 14 Monate alte Fahrzeuge mit gefördert, also könne man das heute auch tun, argumentiert der VAD.
(Bild: Wolf Warncke, Autohaus Warncke GmbH, Tarmstedt)

Der Verband der Automobilhändler Deutschlands (VAD) fordert eine Ausweitung der staatlichen E-Auto-Förderung auf junge Gebrauchtwagen bis zu einem Alter von 14 Monaten. Elektroautos sollten damit für mehr Privatkunden erschwinglich werden, so der Verband.

Hintergrund ist eine VAD-Analyse der zum 1. August veröffentlichten Förderdaten. Demnach profitieren bislang vor allem Importmarken überproportional von der Kaufprämie: Tesla stellt mit 18,5 Prozent aller geförderten batterieelektrischen Fahrzeuge (BEV) den größten Anteil – deutlich mehr als der Marktanteil der US-Marke am gesamten deutschen BEV-Markt von 6,5 Prozent.

Auch die Hersteller Leapmotor, Citroën und Mazda sind danach unter den geförderten Fahrzeugen überproportional vertreten. Deutsche Konzernmarken wie Volkswagen, BMW, Audi und Mercedes-Benz liegen dem VAD zufolge dagegen bei der Förderquote unter ihrem jeweiligen Marktanteil.

Förderung soll möglichst viele erreichen

VAD-Präsident Burkhard Weller verweist auf ein wachsendes Kundeninteresse an Elektrofahrzeugen, das er unter anderem auf die hohen Kraftstoffpreise und ein breiteres Modellangebot zurückführt. Die Elektromobilität werde sich durchsetzen, sagte er – „auch ohne Prämien, Verbote und Quoten“. Fördermittel sollten aber möglichst viele Menschen erreichen und zugleich die Wertschöpfung in Deutschland und Europa stärken.

Der Verband argumentiert, dass deutsche Hersteller im Markt für junge Gebrauchtwagen besonders stark aufgestellt seien: Von Januar bis Juli 2026 habe es in diesem Segment fast 200.000 Besitzumschreibungen gegeben, mehr als doppelt so viele wie bei Importmarken. Eine Förderung wie bei der Umweltprämie von 2009, die ebenfalls bis zu 14 Monate alte Fahrzeuge einschloss, könnte laut VAD dieses Marktsegment beleben und über Nachzieheffekte auch den Absatz von Neuwagen ankurbeln.

Warnung vor „Local Content“

Da Privatkunden überwiegend Gebrauchtwagen kaufen, während rund zwei Drittel der Neuwagen gewerblich zugelassen werden, sieht der Verband in jungen Gebrauchten einen Weg, Elektroautos für Käufer mit kleineren und mittleren Einkommen zugänglicher zu machen. Nach VAD-Berechnungen erreicht die bisherige Förderung nur 5,5 Prozent des Marktes.

Kritisch äußert sich der Verband zu Überlegungen, die Förderung künftig an sogenannte „Local Content“-Vorgaben zu knüpfen. Angesichts international verflochtener Lieferketten in der Automobilindustrie wären solche Kriterien laut Weller nur mit erheblichem bürokratischem Aufwand umsetzbar. Die Förderung junger Gebrauchtwagen sei „der wesentlich einfachere und marktnähere Weg“.

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