Verkehrssicherheit Verbände fordern „lebenslange“ Kfz-Cybersicherheit

Von Doris S. Pfaff 2 min Lesedauer

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Gegen die Pläne der Autohersteller, ihren Support für Kfz-Sicherheit nach Ablauf von zehn Jahren einzustellen, laufen Branchenverbände Sturm und warnen vor Risiken für Verbraucher und Betriebe.

Autohersteller planen, den Support für Cybersicherheit nach Ablauf von zehn Jahren einstzustellen. Branchenverbände bewerten das sehr kritisch. (Bild:  KI-generiert)
Autohersteller planen, den Support für Cybersicherheit nach Ablauf von zehn Jahren einstzustellen. Branchenverbände bewerten das sehr kritisch.
(Bild: KI-generiert)

Ein Branchenbündnis um den Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) warnt vor einem möglichen Ende der Cybersicherheits-Updates für Fahrzeuge nach zehn Jahren. Die Allianz fordert, Cybersicherheit über die gesamte Nutzungsdauer eines Fahrzeugs verbindlich als Teil der Betriebssicherheit zu gewährleisten.

Auslöser der Debatte ist die geplante Einführung eines „End of Cybersecurity-Support“ (EoCSS) im Zusammenhang mit der UN-Regelung Nr. 155. Nach Angaben des Bündnisses planen deutsche Hersteller, nach zehn Jahren keine Updates mehr bereitzustellen.

ZDK-Präsident Thomas Peckruhn hält ein festes Ablaufdatum für Cybersicherheit für problematisch. „Das wäre ein sicherheitspolitischer Rückschritt mit weitreichenden Folgen für Verkehrssicherheit und Verbraucherschutz“, erklärt Peckruhn, „Fahrzeuge sind heute digital vernetzte Systeme – ihre Sicherheit endet nicht mit einem Stichtag. Wer Cybersecurity befristet, setzt Autofahrer vermeidbaren Risiken aus und untergräbt das Vertrauen in moderne Mobilität. Sicherheit darf kein Verfallsdatum haben.“

Zu dem Bündnis gehören neben dem ZDK der ADAC, der Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk (BRV), der Wirtschaftsverband der deutschen Kautschukindustrie (WDK), der Bundesverband Autoglaser sowie der Gesamtverband Autoteile-Handel (GVA). Nach Angaben der Verbände vertreten sie unter anderem die Interessen von Verbrauchern, Werkstätten, Teilehandel und Pannenhilfe.

Verbände-Allianz: Ende aktiver Cybersicherheit nicht verantwortbar

Das Bündnis kritisiert, ohne einen diskriminierungsfreien Zugang zu Fahrzeugdaten und ohne verlässliche Cybersicherheit würden Wettbewerb, Reparierbarkeit und bezahlbare Mobilität eingeschränkt. Das treffe Verbraucher und Kfz-Betriebe direkt, etwa durch höhere Kosten und begrenzte Reparaturmöglichkeiten.

In einem Positionspapier weist die Allianz den vom Verband der Automobilindustrie (VDA) vorgeschlagenen verbindlichen Support-Stopp zurück. Ein reguliertes Ende aktiver Cybersicherheitsmaßnahmen für weiter genutzte Fahrzeuge sei nicht verantwortbar, heißt es darin.

Peckruhn warnt zudem vor wirtschaftlichen Folgen für Fahrzeughalter. Ein Ende der Updates könne dazu führen, dass Fahrzeuge technisch zwar weiter nutzbar seien, aber nur mit kostenintensiven Nachrüstungen wieder ausreichend geschützt werden könnten. Auch freie Werkstätten könnten dadurch nach Ansicht des ZDK an Handlungsspielraum verlieren. „Digitalisierung darf nicht dazu führen, dass Fahrzeuge faktisch frühzeitig aus dem System gedrängt werden“, so Peckruhn abschließend. Cybersecurity müsse über den gesamten Lebenszyklus eines Fahrzeugs gewährleistet sein – als integraler Bestandteil von Typgenehmigung, Betriebserlaubnis und Verbraucherschutz. „Alles andere untergräbt Vertrauen, verteuert Mobilität und gefährdet die Sicherheit auf unseren Straßen“, so Peckruhn.

Statt eines festen Enddatums fordert das Bündnis einen risikobasierten Ansatz, der die gesamte Lebensdauer eines Fahrzeugs berücksichtigt. Cybersicherheit müsse auch nach dem Produktionsende gewährleistet bleiben, um den älteren Fahrzeugbestand und den Gebrauchtwagenmarkt angemessen abzubilden.

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