Rein auf der Zahlenebene sind die Pkw-Verkaufszahlen im Mai mit einem Plus von 0,1 Prozent schwach. Allerdings verzerrt die Zahl der Arbeitstage die Auswertung. Andererseits bleibt unklar, welche Faktoren den rettenden Elektroboom antreiben. Eine Analyse der Mai-Daten.
Die Zahl der Pkw-Neuzulassungen hat im Mai nur marginal zugelegt.
(Bild: Grimm – VCG)
Der Aufwärtstrend des deutschen Neuwagenmarkts ist im Mai zum Erliegen gekommen. Wie aus den Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamts vom Mittwoch (3. Juni) hervorgeht, legten die Verkaufszahlen im fünften Monat des Jahres nur um 0,1 Prozent im Vergleich zum Mai 2025 zu. Insgesamt fanden 239.448 Fahrzeuge den Weg zu den Kunden. Allerdings hatte der Mai zwei Arbeitstage weniger als der Vergleichsmonat. Kalenderbereinigt ergäbe sich nach den Zahlen des Importeursverbands VDIK ein Plus von 11,2 Prozent.
Im Jahresverlauf ist der Neuwagenabsatz von 1,19 Millionen Einheiten damit noch 3,6 Prozent im Plus, was insbesondere auf den starken Absatzzuwachs von 16 Prozent im März zurückzuführen ist. Damit liegt der bisherige Jahresabsatz derzeit 22 Prozent unter dem Niveau des Zeitraums von 2019. Die Mai-Zahlen liegen sogar 28 Prozent unter dem Niveau von 2019.
Gleichzeitig setzt sich die stabilisierende Rolle der Elektromobilität fort. 59.969 rein batterieelektrische Pkw (BEV) wurden im Mai 2026 neu zugelassen, das entspricht einem Anstieg um 39,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Der BEV-Anteil an den Neuzulassungen liegt damit bei 25 Prozent, das sind 7 Prozentpunkte mehr im Vorjahreszeitraum. Im Jahresverlauf liegt der E-Anteil bei 23,9 Prozent.
Auch Plug-in-Hybride (PHEV) verzeichneten im Mai wieder einen Zuwachs im Vergleich zum Vorjahresmonat. Die PHEV-Neuzulassungen stiegen im vergangenen Monat um 10,9 Prozent auf 27.921 Fahrzeuge an. Dies entspricht einem Marktanteil von 11,7 Prozent, was 1,2 Prozentpunkte über dem Vorjahresmonatswert liegt. Insgesamt kommen die Elektrofahrzeuge – also BEV und PHEV zusammen – im Mai damit auf 87.890 Pkw-Neuzulassungen, was einem Marktanteil von 36,7 Prozent entspricht.
Spürbare Dynamik in der E-Nachfrage
Aus Sicht des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) zeigt sich in den Zahlen ein spürbar steigendes Interesse der Verbraucher sowie das wachsende Angebot bezahlbarer E-Fahrzeuge. Es entstehe „eine zunehmende Dynamik im Markt“, erklärte ZDK-Präsident Thomas Peckruhn. Immer mehr Kunden würden sich ganz bewusst für einen elektrischen Antrieb entscheiden – bei Neu- wie bei Gebrauchtwagen.
Die Rahmenbedingungen für einen weiteren Hochlauf der Elektromobilität sind aus Sicht des ZDK günstig. Ein deutlich breiteres Angebot erschwinglicher E-Fahrzeuge trifft auf hohe Kraftstoffpreise und eine staatliche Förderung. Zusätzliche Impulse erwartet das Kfz-Gewerbe vom neuen Förderportal der Bundesregierung für E-Autos. Allerdings müsse die Förderung nun noch stärker im Alltag überzeugen – durch weniger Bürokratie, mehr Praxistauglichkeit und verlässliche Prozesse, so Peckruhn.
„Die Förderung der Bundesregierung ist ein zusätzlicher Anreiz gerade für kleinere und mittlere Einkommen, hier spielt Preissensitivität eine besondere Rolle“, ergänzte VDIK-Präsidentin Imelda Labbé. Die positive Einschätzung wird von der Nachfrageentwicklung gestützt, von der auch Händler immer wieder berichten. Die Auftragseingänge für BEV haben sich gegenüber dem Vorjahresmonat mehr als verdoppelt“, bestätigt Labbé. Entsprechend legten die Privatkäufe im Vergleich zum Mai 2025 um 8,4 Prozent zu, während die anderen Zulassungen (gewerbliche, Eigenzulassungen, Vermieter) um 4 Prozent schrumpften.
Negative Entwicklungen bleiben
In ihrer Gesamtheit entwickeln sich die Auftragseingänge aus dem Inland nur verhalten positiv. Sie legten im Mai laut dem Herstellerverband VDA nur um 2 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat zu. Die Neuzulassungen reiner Benziner sanken sogar um 24 Prozent, bei Diesel-Pkw schrumpfte der Absatz um 13 Prozent. Immerhin: Die durchschnittlichen CO2-Emissionen sanken durch die Entwicklung binnen eines Jahres von 109 auf 97,2 g/km.
Entsprechend sieht Constantin Gall, Mobilitätsexperte der Unternehmensberatung EY, die Entwicklung des Neuwagenmarkts in Deutschland für das laufende Jahr weiterhin skeptisch: „Das leichte Marktwachstum in Deutschland ist in erster Linie ein Ergebnis staatlicher Subventionen“, analysiert er. Er befürchtet ein Strohfeuer und dass die Elektro-Neuzulassungen einbrechen, sobald die Förderung aufgebraucht ist.
Aus seiner Sicht bleibt die strukturelle Schwäche des Neuwagenmarkts durch eine schwache Konjunktur, immer neue Krisen und die damit verbundene Inflationsgefahr bestehen. In der Bevölkerung schwinde die Hoffnung, dass es bald zu einer Konjunkturwende und zu positiven politischen und wirtschaftlichen Impulsen kommt.
Stand: 08.12.2025
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Blick auf die Gewinner und Verlierer
Wie bereits in der jüngeren Vergangenheit lässt die Elektronachfrage viele neue Fabrikate, speziell aus China, boomen (Xpeng/+240 %, Smart/+140 %, Leapmotor/+139 %). Hauptgewinner ist allerdings Tesla. Die US-Marke legte im Mai um 322 Prozent zu und kommt mit 5.111 Einheiten auf einen Marktanteil von 2,1 Prozent zu. Zulassungsstärker ist jedoch BYD mit 6.168 Einheiten (Marktanteil 2,6 %).
Sieger der traditionellen Marken ist Renault mit einem Plus von 43,5 Prozent, gefolgt von Mini (+38 %), Fiat (+16 %), Mazda (+13,6 %) und Dacia (+13 %).
Am Verlierer-Ende ist einmal mehr Mitsubishi zu finden. Die Japaner kommen nur noch auf 0,3 Prozent Marktanteil (-62,8 %). Trist sieht es derzeit auch bei Toyota aus (-32 %). Ebenfalls deutlich im Rückwärtsgang sind Ford (-21,7 %), Hyundai (-17 %) und Porsche (-14,5 %).