Dataforce Vermieter verhindern härteren Absturz des Neuwagenmarkts

Von Andreas Grimm 2 min Lesedauer

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Nach dem Privatmarkt hat die Nachfrageflaute nun auch das Gewerbekundengeschäft erreicht. Im März gingen die Zulassungszahlen deutlich nach unten. Einen Teil des Überangebots nahmen die Autovermieter auf.

Die Zahl der Neuzulassungen ist im März deutlich gesunken – und das hat mehrere Gründe.(Bild:  Grimm – VCG)
Die Zahl der Neuzulassungen ist im März deutlich gesunken – und das hat mehrere Gründe.
(Bild: Grimm – VCG)

Der deutsche Neuwagenmarkt ist im März gleich in mehreren Vertriebssegmenten geschrumpft. Einzig die Autovermieter haben die Abnahme von Neuwagen nennenswert ausgeweitet, in allen anderen Kanälen waren laut einer Auswertung der Marktforschung Dataforce deutliche Rückgänge oder bestenfalls eine Stagnation festzustellen. Erschwerend kam allerdings der Ostereffekt hinzu: Der März 2024 hatte drei Arbeitstage weniger als der Vergleichsmonat des Vorjahres.

Die Autovermieter ließen im März 32.200 Neufahrzeuge zu. Das waren 22 Prozent mehr als im März 2023 – ein Plus von 5.700 Einheiten. Ob dahinter nun echte Nachfrage der Vermietfirmen steht oder ob die Hersteller und Importeure bereits verstärkt diesen Kanal nutzen, um Überproduktion auf die Straßen zu bringen, muss zunächst offen bleiben. Dataforce spricht allerdings von einer „Kompensation der Nachfrageschwäche mit taktischen Zulassungen“.

Dafür spricht auch, dass die Eigenzulassungen des Handels ebenfalls leicht gestiegen sind – allerdings nur um 1,0 Prozent. Angesichts des Rückgangs des Gesamtmarkts ist der Anteil der Händlerzulassungen am Gesamtvolumen dadurch dennoch von 16,6 auf 17,6 Prozent gestiegen. Andererseits haben die Hersteller und Importeure im Gegenzug ihre Zulassungstätigkeiten stark zurückgefahren (-15 %). Der Gesamtanteil der Eigenzulassungen sank damit von 25,5 auf 24,2 Prozent.

Schwache Nachfrage im Kerngeschäft

Im Kerngeschäft herrschte dagegen im März Flaute. Laut den Dataforce-Zahlen gab es sowohl im Gewerbekundenmarkt (-12,5 %) als auch im Privatkundengeschäft (-9,4 %) überproportionale Zulassungsrückgänge. „Das zeigt, dass der erhöhte Auftragsbestand weitgehend abgearbeitet ist und Hersteller und Handel nun wieder neue Bestellungen einsammeln müssen“, analysieren die Marktbeobachter. Schon lange warnt der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe, dass die schwachen Auftragseingänge bald in der Absatzstatistik durchschlagen werden.

Das Minus des Privatmarkts geht dabei wesentlich auf den Einbruch des Elektroauto-Markts zurück. Wie Dataforce mitteilt, sanken die BEV-Zulassungen auf Privatpersonen im März um 42 Prozent im Jahresvergleich. Das Ende der E-Auto-Förderung kommt hier deutlich zum Tragen. Im gewerblichen Geschäft fiel der Rückgang um 26 Prozent wesentlich weniger gravierend aus. Bei diesen Kunden fließen noch andere Überlegungen, etwa die Gesamtkostenbilanz, in die Entscheidungen ein. Übrigens sinkt auch die Lust auf Plug-in-Hybride bei den Privatpersonen, was sich in 34 Prozent weniger Neuzulassungen niederschlägt.

Künstlicher Aufschwung am Transportermarkt

Interessanterweise entwickelt sich der Transportermarkt in eine andere Richtung. Die Auswertung der Neuzulassungen leichter Nutzfahrzeuge und der Pkw-Utilities ergab im März ein Plus von 2,1 Prozent, und das trotz der drei fehlenden Arbeitstage. Dabei stechen allerdings die deutlich höheren Eigenzulassungen des Fahrzeughandels (+28,2 %) ins Auge.

Hingegen sanken die gewerblichen Zulassungen (-0,9 %) und noch deutlich stärker die Privatkäufe (-5,8 %), sodass sich insgesamt auch eine ungesunde Tendenz ergibt. Bei den Kraftstoffarten zeigt sich eine Rückkehr zum bewährten Dieselantrieb. Benziner verloren 20 Prozent, batterieelektrische Transporter gaben um 8 Prozent nach. Weitere Varianten wie Hybride oder Gasantriebe kommen im Transportermarkt nur auf eine Nischenrolle.

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