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Versicherungsprodukt bereitet Skoda-Partnern Sorgen

Redakteur: Vera Scheid

Trotz des Absatzplus im Neuwagenhandel sehen die Skoda-Händler Verbesserungsbedarf. Auf ihrer Jahresversammlung verdeutlichten sie ihre Stand- und Kritikpunkte gegenüber der Geschäftsführung des Importeurs.

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(Foto: Scheid)

Die Einführung des neuen Versicherungsprodukts des VW-Versicherungsdienstes (VVD), die Systemausfälle des Verkäuferarbeitsplatzes Sarah und die steigenden Tageszulassungen standen im Fokus der Jahresversammlung des Skoda-Partnerverbands am Wochenende in Fulda. Die 250 anwesenden Händler diskutierten diese Themen intensiv, wobei die Zusammenarbeit zwischen dem Verband und dem Importeur generell gut funktioniere, sagte der Verbandsvorsitzende Thomas Peckruhn.

Ein Thema waren die bislang unklaren Rahmenbedingungen des Versicherungsprodukts, das der VVD zum 1. April 2013 einführen will. Anhand der „Geschichte“ eines verunfallten Skoda Octavia verdeutlichte Vorstandsmitglied Günther Rube mit konkreten Zahlen, wie negativ sich die Konditionen des geplanten Basisversicherungsprodukts auf die Erträge der Skoda-Händler auswirken werden. „Das neue Versicherungsprodukt wird von der Mehrheit der Vertragspartner nicht akzeptiert werden. Folglich wird der VVD damit nicht wie beabsichtigt erfolgreicher am Markt agieren können. Die Rahmenbedingungen sind nicht akzeptabel“, sagte Rube.

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Skoda-Händler wollen Gleichberechtigung

Rube führte an, dass die VW-Partner beim Bezug der Ersatzteile für einen verunfallten VW Golf deutlich höhere Rabatte auf identische Teile erhielten als die Skoda-Partner. Diese Ungleichbehandlung sei nicht zu erklären. „Alles was wir wollen, sind die gleichen Bedingungen, die auch die VW-Händler bekommen.“ Markus Schmitt, Leiter Service bei Skoda-Auto-Deutschland, begründete diese Abweichungen mit den Investitionen in die Marktbearbeitung. Unmut weckte bei den Händlern außerdem das nicht nachvollziehbare Abrechnungsmodell der Mobilitätsgarantie-Plakette, bei dem sich die Skoda-Partner gegenüber den VW-Händlern benachteiligt sehen.

Modelloffensive soll Vertrieb ankurbeln

Optimistisch blickte Peckruhn hingegen auf die Vertriebssituation im kommenden Jahr: „Ich glaube nicht, dass 2013 ein so schwieriges Jahr für uns wird, wie viele es prophezeien.“ Die zahlreichen Rückläufer aus dem Abwrackprämienjahr könnten die Händler erfolgreich vermarkten, wenn sie frühzeitig eine passende Strategie dafür entwickelten und den Kunden attraktive Angebote vorlegen würden. Außerdem setzt Skoda die Modelloffensive fort, die 2012 mit dem Citigo und dem Rapid gestartet ist: Im Februar soll der neue Octavia als Limousine kommen, im Mai folgt die Kombiversion. „Das ist das Brot- und Butterauto für uns Händler – und es ist durchweg ein schönes neues Fahrzeug“, ist Peckruhn überzeugt.

Um dies auch den Kunden zu zeigen, müsse es eine ordentliche Markteinführung geben – anders als beim Citigo. Für den Kleinstwagen habe der Hersteller eine Marketingstrategie entwickelt, welche die angestrebte Zielgruppe nicht angesprochen habe. Peckruhn: „Deshalb ist es wichtig, dass der Hersteller den Importeur und die Händler in die Entwicklung der Marketingstrategie einbindet.“

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