Suchen

Volkswagen spricht Gewinnwarnung aus

Autor / Redakteur: dpa / Christoph Seyerlein

Die Corona-Krise hat Volkswagen bereits im ersten Quartal 2020 Milliarden gekostet. Dementsprechend hat der Konzern aus Wolfsburg am Donnerstag seine bisherige Jahresprognose gekippt. Auch Audi muss sich korrigieren.

Firmen zum Thema

Volkswagen kann seine bisherige Jahresprognose nicht halten.
Volkswagen kann seine bisherige Jahresprognose nicht halten.
(Bild: Volkswagen AG)

Der Volkswagen-Konzern hat im ersten Quartal wegen der Coronavirus-Pandemie deutliche Einbußen hinnehmen müssen und streicht seine Jahresprognose. Aufgrund der aktuellen Entwicklungen geht der Vorstand derzeit davon aus, dass die Erwartungen für das Geschäftsjahr 2020 nicht mehr erreicht werden können, wie es vom Konzern am Donnerstag in Wolfsburg hieß. Im ersten Quartal ging der Umsatz nach vorläufigen Zahlen von 60 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum auf 55 Milliarden Euro zurück.

Das operative Ergebnis sackte auch wegen Turbulenzen bei Rohstoffpreisen und auf den Kapitalmärkten auf 0,9 Milliarden Euro ab. Vor einem Jahr hatte es noch bei 3,9 Milliarden Euro gelegen. Zu dem Ergebnis unterm Strich machte das Unternehmen zunächst keine Angaben. Finanzvorstand Frank Witter hatte bereits im Zuge des Produktionsstopps infolge der Corona-Krise angedeutet, dass das Ergebnis deutlich unter Druck geraten würde.

Der Konzern habe bereits zahlreiche Gegenmaßnahmen ergriffen, um die Kosten zu senken, hieß es. Daneben habe die Sicherung der Liquidität höchste Priorität, die im Automobilbereich zuletzt bei 17,8 Milliarden Euro lag. Derzeit will der Konzern auch in Europa und Nordamerika die Produktion mit erhöhten Schutzmaßnahmen für die Mitarbeiter wieder stufenweise hochfahren.

Auch Audi kippt seine Prognose

Auch Audi korrigierte am Donnerstag seine Erwartungen für das laufende Jahr nach unten. Im ersten Quartal erzielten die Ingolstädter aller Voraussicht nach bei einem Umsatz von 12,5 Milliarden Euro lediglich ein Ergebnis von 15 Millionen Euro. Das entspricht einer Rendite von 0,1 Prozent. Im Vorjahresquartal, das bereits als schwach galt, hatte der Autobauer noch 1,2 Milliarden Euro eingefahren. Das geplante Jahresergebnis werde man wohl nicht erreichen können, teilte Audi mit. Wann eine neue Prognose möglich ist, sei derzeit noch nicht abzusehen.

Die Porsche SE (PSE) als Haupteigentümerin des Volkswagen-Konzerns nahm ihre Prognose für das laufende Jahr ebenfalls zurück. Das Geschäft der Stuttgarter Holding hängt fast ausschließlich an der Entwicklung bei der Volkswagen AG. Die Porsche SE hält gut 53 Prozent der Stimmrechte an dem Wolfsburger Autobauer und hatte für 2020 bislang mit einem Konzernergebnis nach Steuern zwischen 3,5 Milliarden Euro und 4,5 Milliarden Euro gerechnet. Wann eine neue Prognose steht, ist auch bei der Holding noch unklar.

(ID:46515698)