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Volvo: Erstes elektrifiziertes Polestar-Modell kommt 2019

Autor: Julia Mauritz

In Shanghai hat die neue Elektro-Performancemarke Polestar ihr erstes Serienmodell enthüllt: ein 600 PS starkes Plug-in-Hybrid-Coupé. Beim Vertrieb bleiben die Volvo-Händler außen vor; sie können die Autos nur warten.

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Das formschöne Plug-in-Hybridcoupé heißt Polestar 1.
Das formschöne Plug-in-Hybridcoupé heißt Polestar 1.
(Bild: Volvo)

Im Juni hatte Volvo angekündigt, seine Performance-Abteilung Polestar zu einer neuen elektrifizierten Hochleistungsmarke ausbauen zu wollen. Heute hat der neue Polestar-Chef Thomas Ingelath in Shanghai das erste Polestar-Serienmodell enthüllt; es basiert auf der Premiumlimousine Volvo S 90 und trägt den eher nüchternen Namen Polestar 1.

640 Millionen Euro investieren Volvo und der Mutterkonzern Geely in die Modellentwicklung und den Aufbau einer modernen Fertigungsstätte im chinesischen Chengdu. Das erste Ergebnis ist das Plug-in-Hybrid-Coupé Polestar 1. Der 4,5 Meter lange Viersitzer kann bis zu 150 Kilometer rein elektrisch zurücklegen. Ein neues Doppel-Elektromotoren-System an den Hinterrädern, die über ein Planetengetriebe verbunden sind, setzt im rein elektrischen Modus 160 kW/218 PS frei. Im Performance-Modus kommt noch die Leistung des verbauten 2,0-Liter-Vierzylinder-Benziners hinzu: Beim Zusammenspiel beider Antriebe bringt der Polestar 1, dessen Karosserie weitestgehend aus Karbonfaser besteht, somit satte 441 kW/600 PS auf die Straße.

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Mitte 2019 wird die Polestar-1-Produktion im neu gebauten Werk in Chengdu starten. Pro Jahr sollen maximal 500 Fahrzeuge vom Band rollen. In der zweiten Jahreshälfte 2019 soll dann gleich noch ein kleineres, reinelektrisches Modell namens Polestar 2 folgen – in einer höheren Auflage. Das Mittelklassemodell, das aktuell noch entwickelt wird, soll vor allem gegen Teslas Model 3 antreten. Das dritte Modell Polestar 3 befindet sich Volvo zufolge noch in der abschließenden Designphase. Bekanntgegeben wurde aber bereits, dass es sich um ein SUV-ähnliches Elektroauto handeln wird, das preislich zwischen dem Polestar 1 und 2 angesiedelt sein wird. Der Verkauf soll spätestens in vier Jahren starten.

Polestar-Modelle gibt's nur im Abo

In die Schauräume der Volvo-Händler werden die neuen Polestar-Modelle nicht rollen: Die elektrisch angetriebenen Hochleistungsmodelle werden ausschließlich in sogenannten Polestar-Spaces physisch erlebbar sein. Der erste Showroom, in dem Produktexperten die Fahrzeugfunktionen erklären und Testfahrten anbieten werden, soll im ersten Quartal 2019 eröffnen.

Kaufen kann man die neuen Polestar-Modelle nicht: Sie sind ausschließlich online abonnierbar, für einen Zeitraum von zwei oder drei Jahren. Die monatliche Rundum-sorglos-Rate umfasst nicht nur die Versicherung und Wartung, sondern auch Hol- und Bringdienste zu den Wartungsterminen in der Werkstatt, die Polestar direkt mit dem Kunden abstimmen wird. Concierge-Services und sogenannte „On-Demand“-Dienste werden ebenfalls inbegriffen sein, wie die Montage einer Dachbox für den Urlaub, die gegen eine geringe Gebühr über die Polestar-App bestellbar sein soll. Auch die Möglichkeit, bei Bedarf eine Autowäsche oder einen Parkservice am gewünschten Ort zu buchen, gehört zum Umfang.

Nicht nur beim Neuwagengeschäft, sondern auch beim Remarketing bleibt der Handel außen vor: Der Hersteller plant, die zwei oder drei Jahre alten Gebrauchtwagen aufzubereiten und in einem zweiten Abovertrag als hochwertiges Polestar-Modell aus zweiter Hand zu vermarkten.

„Ausgewählte“ Volvo-Partner sollen indes alle Servicearbeiten durchführen. Wie beim kürzlich vorgestellten Online-Abo-Modell von Volvo ist geplant, dass die Händler den Kunden dabei einen Hol- und Bring-Service anbieten.

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Über den Autor

 Julia Mauritz

Julia Mauritz

Stv. Ressortleiterin