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Vor dem Caravan-Salon: Alle Zeichen auf Wachstum

| Autor / Redakteur: sp-x / Jens Rehberg

Der Reisemobil-Boom ist ungebrochen, der Wohnwagen-Sektor wächst auch im fünften Jahr hintereinander. Der Trend zu kompakten Fahrzeugen, speziell zu Campern ohne Bad hält an, und die gestiegene Auswahl an Basis-Fahrzeugen belebt die Szene.

Der Fachbesuchertag des Caravan-Salons in Düsseldorf findet dieses Jahr am 30. August statt.
Der Fachbesuchertag des Caravan-Salons in Düsseldorf findet dieses Jahr am 30. August statt.
(Bild: Messe Düsseldorf / ctillmann)

Das Reisen mit Wohnmobil und Caravan boomt ohne Ende. Die Zuwächse speziell bei den Reisemobilen bewegen sich nach wie vor im zweistelligen Prozentbereich. Und auch wenn alle Hersteller wissen, dass das nicht ewig so weitergehen kann, ist aktuell kein Ende in Sicht. Wenn die Messe Düsseldorf mit dem veranstaltenden deutschen Caravaning-Verband CIVD vom 31. August bis 8. September wieder zum Caravan-Salon an den Rhein einlädt, scheinen daher weitere Rekorde vorprogrammiert.

Nachdem im vergangenen Jahr in der Gesamtzahl der Reisemobile und Wohnwagen erstmals die 70.000er-Marke geknackt wurde (exakt 71.186 Fahrzeuge), könnten in diesem Jahr erstmals über 50.000 Wohnmobile in Deutschland neu zugelassen werden. 46.859 Einheiten waren es 2018, und die rund 30.000 Exemplare, die heuer von Januar bis Mai erstmals angemeldet wurden, bedeuten bereits ein Plus von 15,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

„Wir freuen uns aber auch, dass die Renaissance des Wohnwagens anhält“, bilanziert CIVD-Geschäftsführer Daniel Onggowinarso. „2018 war das fünfte Wachstumsjahr in Folge. Und 14.149 Caravans in den ersten fünften Monaten dieses Jahres bedeuten erneut 12,2 Prozent mehr als im Vorjahr.“

Dass bei den Besucherzahlen die Viertelmillion erneut übertroffen wird, hält Messe-Projektleiter Stefan Koschke nicht für ausgeschlossen, stapelt aber lieber tief. „Wir freuen uns auch, wenn die 200.000er-Marke geknackt wird. Natürlich wollen wir weiterwachsen, können aber erst im nächsten Jahr eine weitere Halle hinzubekommen.“ So ist der Caravan-Salon mit über 600 Ausstellern, die auf einer Fläche von 214.000 Quadratmetern Weltneuheiten und Premieren präsentieren, zwar eh schon die weltweit größte Messe für Reisemobile und Caravans. Die 2.100 ausgestellten Freizeit-Fahrzeuge von über 130 unterschiedlichen Marken bewegen sich zahlenmäßig aber auf dem Niveau des Vorjahres.

Erweitertes Angebot für Einsteiger

Neu ist bei der 58. Auflage des Düsseldorfer Branchengipfels die Sondershow „Caravaning Sports“ auf dem Freigelände, mit der man auf den Trend, den Urlaub auf vier Rädern immer häufiger mit sportlichen Aktivitäten zu verbinden, reagiert. Koschke: „Reisemobile und Caravans sind die idealen Transportmittel für die verschiedensten Ausrüstungsgegenstände – ob beim Wassersport, Radfahren, Wandern, Skifahren, Golfen oder Reiten.“ Auch die Starterwelt für Einsteiger wird weiter ausgebaut. Die 2018 registrierte, hohe Marke von 35 Prozent Erstbesuchern bei einer traditionsreichen Messe würde belegen, dass „wir mit unserem Angebot für Einsteiger richtig liegen“, glaubt Stefan Koschke.

An den sonstigen Trends hat sich wenig verändert. Die drei „K“ bestimmen immer noch die Szenerie, erklärt Daniel Onggowinarso. „Kompakt, Konnektivität und Komfort. Allerdings fällt auch auf, dass die Campingbusse ohne Bad stärker nachgefragt werden.“ Der Markt würde aktuell zudem durch die größere Auswahl an verfügbaren Basisfahrzeugen belebt. Der Mercedes Sprinter erobert mehr und mehr Terrain, der VW Crafter dürfte speziell als selbst produzierter Grand California einen starken Auftritt haben, das Schwestermodell MAN TGE hat über die Marke Knaus das Reisemobil als neues Betätigungsfeld entdeckt und Toyota, auf diesem Sektor hierzulande bisher deutlich unterbelichtet, hat mit dem Proace Verso als Camper-Basis für den Crosscamp endlich Zugang zu dem boomenden Markt gefunden. Man darf gespannt sein, ob mit dem Opel Zafira als neues Schwestermodell sowohl des Toyotas als auch von Citroën Spacetourer und Peugeot Traveller nun vielleicht auch die Rüsselsheimer Marke mit dem Blitz das Interesse der Reisemobil-Anbieter weckt.

Die ausgebauten Kastenwagen, hier als Camper- und Wohn-Vans, dort als CUV (Caravaning Utility Vehicle) bezeichnet, haben als beliebteste Reisemobil-Gattung mit einem Anteil von 39,9 Prozent an den Gesamtzulassungen ihren Vorsprung vor den Teilintegrierten (37,5 Prozent) leicht ausgebaut. Die integrierten Fahrzeuge liegen weiterhin konstant bei über 12 Prozent und die Alkoven-Fahrzeuge haben erstaunlicherweise sogar wieder leicht auf 7,8 Prozent zugelegt, was in erster Linie dem Mietgeschäft zuzuschreiben ist.

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