VW/Audi-Partnerverband fordert: Hersteller sollen Händlerziele anpassen

Gespräche wegen Coronakrise laufen

| Autor: Christoph Seyerlein

Alexander Sauer-Wagner (li.) und Dirk Weddigen von Knapp raten VW- und Audi-Händlern, aufgrund der Corona-Krise Kosten anzupassen und Prozesse zu optimieren.
Alexander Sauer-Wagner (li.) und Dirk Weddigen von Knapp raten VW- und Audi-Händlern, aufgrund der Corona-Krise Kosten anzupassen und Prozesse zu optimieren. (Bild: VAPV)

In einem Schreiben haben die Geschäftsführer des VW/Audi-Partnerverbands (VAPV), Dirk Weddigen von Knapp und Alexander Sauer-Wagner, die Mitgliedsbetriebe auf harte Zeiten wegen der Corona-Pandemie eingeschworen. Das Virus werde „uns absehbar wirtschaftlich große Schwierigkeiten bei unseren Kunden verursachen“, heißt es in dem Rundbrief, der »kfz-betrieb« vorliegt.

Aufgrund der aktuellen Entwicklungen ist der VAPV an die Vertriebsleiter bei VW und Audi mit verschiedenen Bitten herangetreten. Konkret bittet der Verband darum,

  • die jeweiligen Ziele der Marken anzupassen,
  • die Bonustabellen so anzupassen, dass die Boni auch erreicht werden können,
  • diese Maßnahmen für alle existierenden Programme durchzuführen.

VW-Deutschlandchef Holger B. Santel teilte im Gespräch mit »kfz-betrieb« zum Thema Corona mit: „Wir haben so etwas noch nie erlebt. Bisher sind die Auftragseingänge nicht gesunken. Ich denke aber schon, dass wir da etwas zu spüren bekommen werden.“ Die Verunsicherung greife schließlich um sich. „Was wir jetzt schon merken, ist eine stark sinkende Nachfrage der Autovermieter. Deren Geschäft ist in Folge der Corona-Ausbreitung massiv eingebrochen.“ Mit Prognosen und Gegenmaßnahmen hielt sich Santel noch zurück.

„Situation erinnert stark an Anfänge der Wirtschaftskrise 2008/2009“

Bereits beschlossen haben die Parteien, alle Schulungen und Vor-Ort-Besuche der Marken VW Pkw und Audi bis zum 30. Juni 2020 auszusetzen. Bei VW Nutzfahrzeuge fallen derartige Termine zunächst bis zum 30. April 2020 aus. Der VAPV setzt sich dafür ein, dass den Betrieben in dem Zusammenhang keinerlei Stornokosten entstehen.

Weddigen von Knapp und Sauer-Wagner richteten sich aber auch mit Ratschlägen an die Unternehmen selbst. „Da wir es aktuell mit einer Situation zu tun haben, die uns stark an die Anfänge der Wirtschaftskrise 2008/2009 erinnert, empfehlen wir Ihnen, sich prioritär mit der Anpassung von Kosten und der Optimierung von Prozessen zu beschäftigen“, heißt es in dem Schreiben. Beispielsweise habe man mit Sorge im Rahmen des Risikomanagements festgestellt, dass rund 40 Prozent der Partner ihre Fahrzeugrestwerte nicht abgesichert hätten.

In Panik verfällt der Verband trotz der sich zuspitzenden Lage aber nicht. Weddigen von Knapp und Sauer-Wagner zeichneten das Schreiben „in der Zuversicht, dass wir alle mit Umsicht die betrieblichen und gesundheitlichen Herausforderungen in diesem Jahr meistern werden.“

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