Neuauflage VW geht mit ID.3 in die nächste Generation

Von Dr. Martin Achter 2 min Lesedauer

ID.3 Neo heißt der Neuling: Volkswagen überarbeitet seinen Elektro-Kompaktwagen spürbar. Ab Juli soll das Fahrzeug auf die Straßen kommen. Im Fokus stehen einfachere Bedienung, wertigere Materialien und klassisches Design.

Ab Sommer soll der ID.3 Neo auf den Straßen zu sehen sein. (Bild:  Achter – VCG)
Ab Sommer soll der ID.3 Neo auf den Straßen zu sehen sein.
(Bild: Achter – VCG)

Der „Neo“ soll in gewisser Weise wohl ein Neustart sein. Nach einigen Jahren schickt der VW-Konzern seinen Elektro-Kompakten in deutlich überarbeiteter Form auf die Straße. Die Veränderungen fallen derart umfangreich aus, dass das Modell künftig als Neo firmiert – eine optische Angleichung an den Golf inklusive. Ab Juli steht der Wagen beim Handel, der Vorverkauf läuft bereits. Die Preise sollen knapp unter 35.000 Euro beginnen.

Der ID.3 in der ersten Generation hatte keinen leichten Start. 2020 mit massiven Softwareproblemen eingeführt, folgte 2023 bereits eine erste Überarbeitung. Nun legt VW erneut nach – diesmal mit gründlicher Überarbeitung. Die Schwerpunkte liegen auf Verarbeitung, Bedienphilosophie und Materialqualität. Genau dort also, wo Kunden und Händler die größten Mängel ausgemacht hatten.

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Das Cockpit wurde komplett neu konzipiert. Statt Touch-Flächen kehren physische Bedienelemente zurück: Tasten für die Klimaanlage, ein Drehregler für die Lautstärke, ein überarbeitetes Multifunktionslenkrad. Auch bei den Kunststoffen hat Volkswagen nachgelegt und setzt auf weichere Oberflächen. Das neue Infotainmentsystem „Innovision“ verspricht einfachere Handhabung.

Vertraute Optik statt E-Auto-Experiment

Äußerlich orientiert sich der Neo stärker an klassischen VW-Modellen. Ein stilisierter Kühlergrill ersetzt die geschlossene Front, ein durchgängiges Lichtband mit beleuchtetem Logo verleiht mehr Auffälligkeit. Dach und Heck erscheinen nun in Wagenfarbe statt in kontrastierendem Schwarz. Das Ergebnis wirkt harmonischer – und dürfte im Verkaufsgespräch weniger Erklärungsbedarf erzeugen.

Unter dem Blech arbeitet eine weiterentwickelte MEB-Plattform. Der Heckantrieb bleibt, drei Leistungsstufen zwischen 125 und 170 kW stehen zur Wahl. Die Batterien bieten 50, 58 oder 79 kWh Kapazität. Trotz teilweise kleinerer Akkus steigt die maximale Reichweite laut Hersteller auf bis zu 630 Kilometer (WLTP).

Bei der Ladeleistung zeigt sich ein uneinheitliches Bild: Das Topmodell verkraftet 183 kW am Schnelllader, die kleineren Varianten müssen sich mit mageren 105 bis 108 kW begnügen. Das liegt unter den Werten früherer Versionen und dürfte im Wettbewerbsvergleich Fragen aufwerfen. Positiv: Die neue Vehicle-to-Load-Funktion ermöglicht das Versorgen externer Geräte.

Erweiterte Assistenz und Konnektivität

Technologisch rüstet VW auf: One-Pedal-Driving gehört nun zum Repertoire, ebenso ein optionaler „Connected Travel Assist“, der Ampeln erkennt und selbstständig bis zum Stillstand bremst. Der Konnektivitätsdienst „VW Connect“ läuft zehn Jahre kostenfrei – ein Verkaufsargument, das sich rechnen lässt.

Die bisherige Bilanz des ID.3 fällt ambivalent aus. Trotz schwieriger Anfangsjahre fanden 2025 europaweit etwa 78.000 Käufer zum Modell. Diese Basis gilt es zu halten und auszubauen. Der Neo bietet dafür die nötigen Argumente: spürbar verbesserte Qualitätsanmutung, durchdachtere Ergonomie und ein Design, das nicht polarisiert.

Für Händler könnte sich die Neuauflage als Chance erweisen. Die Kritikpunkte der Vergangenheit sind adressiert, das Pricing bleibt wettbewerbsfähig. Ob Volkswagen damit die Wende gelingt, entscheidet sich ab Sommer in den Verkaufsräumen. Die Voraussetzungen jedenfalls sind besser als je zuvor.

(mit Material von dpa und sp-x)

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