VW Golf GTI TCR: Golf aus der Muckibude

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Von der nach aktueller Golf-VII-Art facegelifteten Variante des GTI TCR produziert Volkswagen im kommenden Jahr gerade einmal etwas mehr als 30 Stück – zum Vergleich: Die Werkshallen in Wolfsburg spucken rund 1.000 Serien-Golf-Modelle aus – pro Tag.

Aber aus dem Stammwerk rollt dieser Golf ohnehin nicht auf die Rennstrecke: Genau wie seine Schwestermodelle von Seat und Audi wird auch der VW von den Spezialisten des Konzerns bei Seat in Spanien für die Motorsport-Teams aufgebaut. „Da stehen am einen Tag zehn Audi RS3 LMS, am nächsten zehn Seat Leon TCR und dann unsere GTI TCR in Martorell“, sagt Eduard Weidl.

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Innen sind die Autos nur an den vom Sicherheitskäfig durchbohrten Resten ihrer Armaturenbretter zu unterscheiden. Sonst regieren überall nackte Bleche, Vollschalensitz und ein knöpfchengespicktes Lenkrad im Playstation-Stil. Gleichteile – wie bei der Plattform, auf der die drei Modelle serienmäßig stehen.

Das hilft, die Kosten für die Kunden-Teams im Rahmen zu halten. Der Maximalpreis ist ohnehin vorgeschrieben. Ab 115.000 Euro geht es netto für den GTI TCR mit sequentieller Schaltung los. Es gibt auch noch eine Variante mit DSG – die allerdings im Renngeschehen keine siegreiche Rolle spielt. Es fehlt halt das letzte Quäntchen Drehmoment, das aus dem Getriebe zu kitzeln ist. Dieses 95.000-Euro-Gefährt (netto) ist daher wohl eher für Reporter, Fans oder rennsportbegeisterte Kunden gedacht. Nur ein halbes Dutzend der bisher rund 50 gebauten Renn-Golf ist damit ausgestattet.

Für die erste Begegnung mit dem Monster-Golf ist die Schalthilfe dagegen ganz hilfreich. „Der GTI TCR ist schon anspruchsvoll zu fahren“, sagt Hans-Joachim Stuck. Denn der VW ist im Gegensatz zum neutral ausgelegten Seat und dem heckbetonten Audi deutlich frontlastiger. Weil er leicht höher baut als die Konzern-Schwestern, hat er zwar auf schnellen Geraden leichte Speed-Nachteile, kann aber giftiger in die Kurven gehen - wenn’s der Fahrer a la Strietzel Stuck beherrscht.

Traktionshilfe? Fehlanzeige

Der sportliche Normallenker lässt es besser etwas ruhiger angehen. Sonst droht latent die Gefahr, dass er bei der Kurvenausfahrt vom eigenen Heck überholt wird. ESP, ABS oder andere Traktionshilfen wie im Serien-GTI gibt es nämlich nicht. Die eigene Reaktionsschnelligkeit ist das einzige Assistenzsystem.

Weniger bringt eben mehr. Selbst der Türöffner ist nur Attrappe im GTI TCR. Eine gewichtssparende gelbe Schlaufe zum Aufziehen der Tür muss reichen. Wer in diesem Golf seine Runden dreht, möchte sie nicht so bald benutzen.

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