VW läutet Reservierungsstart für den „ID 3“ ein

Vertriebschef: „Hersteller und Handel müssten in Zukunft aber stärker als Einheit auftreten“

| Autor: Yvonne Simon

VW „ID 3“: Die Tarnfolie kommt noch weg.
VW „ID 3“: Die Tarnfolie kommt noch weg. (Bild: Yvonne Simon / »kfz-betrieb«)

Die Wolfsburger haben die digitalen Bestellbücher für ihr erstes reines Elektromodell geöffnet. Seit dem heutigen Mittwoch können Interessenten in 29 europäischen Ländern den „ID 3“ getauften Kompaktwagen online auf der VW-Website reservieren. Wie Vertriebsvorstand Jürgen Stackmann in Berlin vor Journalisten erklärte, handelt es sich dabei zunächst um die auf 30.000 Einheiten limitierte Sonderedition „ID 3 1st“.

Wer sich eines der ersten Modelle sichern will, muss dafür einen Registrierungsbeitrag von 1.000 Euro zahlen, der allerdings nicht an VW geht, sondern in einer „digitalen Geldbörse“ hinterlegt wird – der Kunde bleibt so immer im Besitz des Geldes. Nachdem das Auto auf der IAA im September enthüllt wird, soll dann der verbindliche Bestellprozess bei einem VW-Partner, den der Käufer selbst auswählt, angestoßen werden.

In Deutschland wird die Bestellung im Handel mit Inkrafttreten der neuen Händlerverträge im April 2020 möglich sein. Bis zu diesem Zeitpunkt ist die Reservierung gebührenfrei stornierbar. Genaue Preise für den ID 3 nannte Stackmann noch nicht. Das Basismodell soll unter 30.000 Euro losgehen, die Anfangs-Edition soll für unter 40.000 Euro zu haben sein.

Die Produktion des ID 3 soll Ende des Jahres in Zwickau anlaufen, dabei werden die Modelle der Vorbesteller zuerst gebaut und ab Sommer 2020 ausgeliefert. Mit dem Marktstart soll dann auch die Basisversion im Handel bestellbar sein. Insgesamt will VW jährlich mehr als 100.000 Einheiten des Stromers vermarkten, ein Verkaufsziel für Deutschland wollte Stackmann noch nicht nennen – in Deutschland und Norwegen rechnet der Hersteller aber mit dem höchsten Absatz.

Auch ganz allgemein hielt sich VW am Mittwoch mit Details zum Fahrzeug noch zurück und verwies mehrmals auf die Premiere in Frankfurt. Nähere Infos gab es zumindest zur Batterie: Der Kompaktwagen soll mit drei unterschiedlichen Batteriegrößen zwischen 45 und 77 kWh kommen, die Reichweiten zwischen 330 und 550 Kilometern nach WLTP ermöglichen sollen. Integriert sei zudem eine serienmäßige Schnellladefunktion mit maximal 100 bis 125 kW Gleichstrom. Auch mit der kleinsten Batterie soll der ID 3 in 30 Minuten für mindestens 260 Kilometer Reichweite tanken können – vorausgesetzt, man findet eine entsprechend performende Spendersäule. Die 1st Edition stattet VW mit der mittleren 58 kWh-Batterie aus, für die sich laut Hersteller voraussichtlich die meisten Kunden entscheiden werden. Mit ihr sollen Fahrer mit einer Batterieladung bis zu 420 Kilometer weit kommen.

Bei der Sonderedition haben Interessenten die Wahl zwischen vier Farben und drei Ausstattungsvarianten. Die Basisvariante verfüge über „umfangreiche Komfort-Features“ wie Voice Control und Navigationssystem. Beim ID 3 1st Plus komme unter anderem das „IQ Light“ dazu, beim ID 3 1st Max seien Head-Up-Display und Panoramadach enthalten. Alle Käufer der Sonderedition können zudem ein Jahr lang bis maximal 2.000 kWh an allen Ladesäulen, die an die Volkswagen-Lade-App „We Charge“ angeschlossen sind, kostenlos tanken. Bis September, so Stackmann, würden die ersten 30.000 Einheiten des Stromers wohl vergriffen sein.

Der ID 3 stellt nur den Auftakt einer ganzen Elektrofamilie auf Basis des modularen E-Antriebsbaukastens (MEB) dar – es sollen unter anderem ein Elekto-SUV und ein Elektro-Bulli folgen. Man beginne mit der Elektrifizierung im Kompaktsegment, da hier der Markenkern von VW zu finden sei, so der Hersteller. Die Ziffer „3“ im Namen des Kompakten signalisiere unter anderem die Ausbaufähigkeit in die Segmente darunter und darüber.

Parallel zur Elektrifizierung verändert VW auch die Kommunikation mit den Käufern und will mehr direkte Kontaktpunkte zum Kunden schaffen. Dazu zähle auch die Online-Reservierung des ID 3 ein ganzes Jahr vor der eigentlichen Markteinführung. Der Handel müsse sich allerdings keine Sorgen darüber machen, in Zukunft übergangen zu werden, bekräftigte Jürgen Stackmann in Berlin erneut. Bestellungen werde es weiterhin nur beim Vertriebspartner geben. Gerade im Hinblick auf die erklärungsbedürftige Elektromobilität könnten Händler im persönlichen Kontakt das Vertrauen der Kunden gewinnen. „Die Händler sind wichtig für unsere Entwicklung“, so Stackmann. Hersteller und Handel müssten in Zukunft aber stärker als Einheit auftreten, mahnte der Vertriebsvorstand abschließend.

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