VW stellt Biodiesel aus Speisefett her

Wolfsburger mit CO2-vermindertem Kraftstoff

| Autor: Christoph Seyerlein

Volkswagen hat den Kraftstoff „R33 Blue Diesel“ seit Anfang des Jahres getestet.
Volkswagen hat den Kraftstoff „R33 Blue Diesel“ seit Anfang des Jahres getestet. (Bild: Volkswagen)

Mit einem neuen regenerativen Kraftstoff will Volkswagen dazu beitragen, die CO2-Emissionen von Fahrzeugflotten zu senken. Die Wolfsburger rollen nach erfolgreicher Testphase nun den „R33 Blue Diesel“ weiter aus. Der Kraftstoff besteht zu einem Drittel aus erneuerbaren Komponenten und soll gegenüber herkömmlichem Diesel CO2-Einsparungen von mindestens 20 Prozent ermöglichen.

Das Konzept hat Volkswagen gemeinsam mit der Hochschule Coburg und einigen weiteren Projektpartnern entwickelt und seit Anfang des Jahres an einer werkseigenen Tankstelle in Wolfsburg getestet. Bei der Herstellung des Kraftstoffs spielen beispielsweise Pommes Frites eine wichtige Rolle. Für ihre Zubereitung wird Speisefett verwendet, das normalerweise nach der Nutzung entsorgt wird. Doch die Forschungspartner haben nun einen Weg gefunden, jenen Abfall sinnvoll zu verwerten. Das Fett wird gefiltert, gereinigt und zu Paraffingemisch oder Biodiesel verarbeitet. Jenes Produkt wird dann dem Grunddiesel beigemischt.

R33 Blue Diesel entspricht der Dieselnorm DIN EN 590 und erfüllt alle Kriterien, um als Serienkraftstoff ohne weitere Auflagen eingesetzt zu werden. Volkswagen will den Kraftstoff nun an allen Werkstankstellen in Wolfsburg und auch in Salzgitter einsetzen. Zudem ist der Sprit auch bei weiteren Projektpartnern wie etwa Bosch bereits im Einsatz. Aktueller Lieferant seit Januar 2018 ist Shell Global Solutions in Zusammenarbeit mit Tecosol und Nestle.

Zu den langfristigen Zielen für den Biokraftstoff äußerte sich Projektleiter Thomas Garbe aus der Technischen Entwicklung von Volkswagen: „R33 Blue Diesel eignet sich besonders für Unternehmen, die aufgrund der hohen Reichweiten unverändert auf Dieselfahrzeuge setzen und trotzdem ihre Umweltziele erreichen wollen.“ VW bereite sich darauf vor, dass die Nachfrage nach flüssigen Kraftstoffen aus Reststoffen sowie nach weiterentwickelten Biokraftstoffen mittelfristig deutlich steigen wird, so Garbe weiter. „Ich wünsche mir, dass bald auch öffentliche Tankstellen R33 anbieten.“

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