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„WLTP war für uns der ultimative Stresstest“
Ins kommende Jahr werden VW und seine Händler aber noch einmal mit den Vorgaben des aktuellen Vertrags starten. Allerdings müssen sich die Partner auch 2019 schon auf veränderte Voraussetzungen einstellen. Ralf Brandstätter kündigte an, dass der Autobauer in Europa jede vierte Motor-Getriebe-Variante aus dem Programm streichen wird. „Wir müssen die Komplexität senken. Bislang bauen wir zu viele Unikate“, erklärte der COO. Eine Absatzdelle erwartet Brandstätter dadurch nicht. „Wir bauen künftig einfach nur noch das, was sowieso der Großteil unserer Kunden bisher gekauft hat.“ Zum Einen will VW also effizienter produzieren, zum anderen soll aber auch der Kunde profitieren. „Das Bestellen im Konfigurator wird einfacher. Eine Konfiguration soll wieder Spaß machen.“
Den Händlern würde es vor allem Spaß bereiten, wenn sie genügend Autos verfügbar hätten. Die Lieferfähigkeit war zuletzt aufgrund der Probleme mit der WLTP-Zertifizierung beim Hersteller schließlich desaströs schlecht. Brandstätter und Stackmann erklärten am Donnerstag dazu unisono, dass man „große Fortschritte“ gemacht habe und zuversichtlich sei, bis Jahresende „fast alle Varianten“ wieder anbieten zu können.
Damit sich ein ähnliches Debakel im kommenden Jahr nicht wiederholt, wenn die Richtlinien noch einmal verschärft werden – Stichwort Real Drive Emissions (RDE) – kündigte Brandstätter an, dass man die Prüfstandskapazitäten um fast ein Drittel erhöht und mehr Personal für jenen Bereich eingeplant habe. „WLTP war für uns der ultimative Stresstest“, gab Brandstätter zu, ging damit aber nicht ganz so weit wie VW-Chefstratege Michael Jost, der Anfang der Woche offen zugegeben hatte, dass man sich bei der Umstellung auf den neuen Prüfzyklus „verzettelt“ habe.
Aktuell treibt VW noch ein zusätzliches Verfügbarkeitsproblem um. dass nichts mit WLTP zu tun hat. Im Hafen von Setubal (Portugal) streiken derzeit die Verlader. Deshalb stecken dort einige Tausend Einheiten des gefragten SUV-Modells T-Roc fest. Jürgen Stackmann zeigte sich darauf angesprochen aber optimistisch: „Ich hoffe, dass wir das bis Weihnachten lösen können.
VW: Heute Palast, morgen Ballast?
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