Suchen

VW: Wird der Passat zum Auslaufmodell?

| Autor / Redakteur: dpa/cs / Christoph Seyerlein

Die Nachfrage nach Limousinen sinkt zunehmend. Selbst volumenstarke Modelle wie der VW Passat sind davor nicht gefeit. Im Werk Emden, das bislang vom Passat lebt, könnte es deshalb schon bald zu einer kompletten Neuausrichtung kommen.

Firma zum Thema

Der Passat ist aktuell eines der volumenstärksten Modelle von Volkswagen.
Der Passat ist aktuell eines der volumenstärksten Modelle von Volkswagen.
(Bild: Volkswagen)

VW denkt über ein Ende der Produktion des Passat in Emden nach. Einen entsprechenden Bericht der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“ (HAZ) wollte ein VW-Sprecher zwar nicht bestätigen, meinte aber: „Das ist eine Option.“ Stattdessen könnten dort in Zukunft Elektroautos gebaut werden. Klar ist: Volkswagen plant eine Neuausrichtung des Werks. „Der Aufsichtsrat wird nächste Woche Freitag zu Emden eine wichtige Entscheidung treffen“, sagte der Sprecher am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur.

Die „HAZ“ schrieb am Mittwoch, dass der Konzern die Produktionseinstellung für den Passat in Deutschland für 2022 plane. Auch das „Handelsblatt“ hatte vor kurzem über ähnliche Planungen berichtet. Hintergrund ist ein Nachfragerückgang bei Limousinen, der besonders die Produktion der in Emden gebauten Kernmarke trifft und dort wiederholt zu Kurzarbeit geführt hat.

VW Passat: Acht Generationen warmer Wind
Bildergalerie mit 20 Bildern

Untermalen lässt sich das auch mit Zahlen: 2014 hatte VW noch knapp 750.000 Passat-Einheiten produziert, 2017 waren es schon nur noch 660.000. Im laufenden Jahr dürfte die Zahl erneut geringer ausfallen. In Emden wollte VW 2018 eigentlich eine Viertelmillion Passat-Exemplare fertigen, Stand jetzt dürfte sich die Jahresproduktion des Autos im ostfriesischen Werk aber bei unter 230.000 einpendeln.

Allerdings befindet sich die aktuelle Baureihe auch am Ende ihres Lebenszyklus, im kommenden Jahr soll eine neue Passat-Baureihe erscheinen. In Deutschland ist bislang auch das jetzige Modell noch gefragt. Mit 56.238 Neuzulassungen lag der Passat per September um 3,6 Prozent über seinem Vorjahreswert und lag damit hinter VW Golf und VW Tiguan auf Platz drei der Bestsellerliste.

Volkswagen-Betriebsratschef Bernd Osterloh hatte den Vorstand des Autoriesen bereits aufgefordert, für die Auslastung des Werks in Emden zu sorgen. „Wenn der Trend in Richtung Elektromobilität gehen würde, dann brauchen wir natürlich auch ein Elektroauto in Emden“, hatte er im August gesagt und auch betont: „Wir wollen nur, dass der 'Zukunftspakt' eingehalten wird – 290.000 Fahrzeuge im Jahr 2020.“

Aktuell beschäftigt Volkswagen in Emden rund 9.000 Mitarbeiter. Immer wieder hatten diese in diesem Jahr Kurzarbeit und ausgefallene Schichten hinnehmen müssen. Auch für das kommende Jahr sieht die Prognose eher mau aus. Im Konzern plant man deshalb unter anderem damit, einen Teil der Belegschaft zeitweise an Porsche auszuleihen.

(ID:45587490)