Bilanz der Kfz-Versicherer Wegen Lockdown schrumpft das Servicegeschäft mit Marderschäden

Von Doris Pfaff

Der Lockdown hatte auch Einfluss auf das Verhalten von Mardern. Die machten sich laut den Versicherern nämlich in der Zeit weniger an den Autos zu schaffen und richteten entsprechend weniger Schäden als sonst an. Das zeigt zumindest die Statistik des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) zu den Kfz-Schäden im Jahr 2020.

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Putzig sehen sie aus und harmlos. Aber Marder lieben nicht nur Baumstümpfe, sondern auch Motorräume. Wenn die dann noch nach fremden Artgenossen riechen, werden die Raubtiere bissig und richtigen Schäden an der Verkabelung an.
Putzig sehen sie aus und harmlos. Aber Marder lieben nicht nur Baumstümpfe, sondern auch Motorräume. Wenn die dann noch nach fremden Artgenossen riechen, werden die Raubtiere bissig und richtigen Schäden an der Verkabelung an.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Eigentlich zählen Marderbisse nach Glasbruch durch Steinschlag und Wildunfällen zu den dritthäufigsten Teilkaskoschäden. Im ersten Jahr des Lockdowns stellten die Versicherer jedoch einen Rückgang der Marderschäden an Autos fest, und zwar um sieben Prozent auf rund 217.000 Fälle.

Was hat der Lockdown damit zu tun? Zwar gab es für die Raubtiere keine Ausgangssperre und auch keine Homeoffice-Pflicht. Aber dadurch, dass die Fahrzeuge weniger bewegt wurden und oft längere Zeit an derselben Stelle parkten, hatten revierfremde Marder seltener Möglichkeiten, ihre Duftmarken im Motorraum eines Fahrzeugs zu hinterlassen.

Denn auch das zeigt die Statistik des GDV: Fahrzeuge, die häufiger an unterschiedlichen Stellen parkten, zeigten häufiger Schäden durch Marderbisse. Insgesamt ist der Schaden, den die kleinen Raubtiere allein im Jahr 2020 anrichteten, aber trotz Lockdown beträchtlich: Die Versicherer beziffern ihn auf 90 Millionen Euro.

Wie lassen sich Marderbisse an Autos verhindern?

Besonders häufig treten Marderschäden im Frühling und Frühsommer auf. Wenn es zu einem Schaden gekommen ist, sollte am besten eine Kfz-Werkstatt den Motorraum reinigen, um so die Duftmarken von Artgenossen zu entfernen.

Um Fahrzeuge zu schützen, können die Besitzer elastische Drahtgitter unter den Motor legen. Diese Barrieren sollen die Marder daran hindern, ins Autoinnere zu steigen. Hilfreich kann es auch sein, Kabel und Schläuche zu ummanteln, beispielsweise mit zusätzlichen Schläuchen aus Hartplastik.

Und wenn es dann doch passiert ist, sollte idealerweise eine Versicherung für diesen Fall einspringen. Teil- oder Vollkaskoversicherte sind laut GDV gegen die finanziellen Schäden durch Marderbisse abgesichert. Eine Kfz-Haftpflichtversicherung dagegen reiche bei einem Marderschaden nicht aus.

Einige Kaskoversicherungstarife decken nur direkte Schäden ab, ersetzen also nur die beschädigten Teile. Andere Tarife umfassen auch die teils teuren Folgeschäden am Auto und zahlen zudem Reparaturen an angebissenen Kabeln und Schläuchen, so der GDV.

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