Werk in der Türkei für VW Passat und Skoda Superb scheint beschlossen

Autor / Redakteur: dpa / Christoph Seyerlein

Die Anzeichen, dass der VW Passat und der Skoda Superb künftig in der Türkei vom Band laufen werden, verdichten sich. Volkswagen hat in der Provinz Manisa eine Tochtergesellschaft gegründet. Auch der Standort für die Fabrik ist bereits ausgesucht.

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Volkswagen-Chef Herbert Diess.
Volkswagen-Chef Herbert Diess.
(Bild: Volkswagen)

Der Bau eines neuen VW-Werks in der Türkei rückt näher. Als einen weiteren Schritt dahin hat der Autohersteller nun in der westtürkischen Provinz Manisa eine Tochtergesellschaft gegründet. Die Firma sei dort im Handelsregister eingetragen und mit einem Kapital von umgerechnet rund 164 Millionen US-Dollar ausgestattet worden, berichtete ein Konzernsprecher am Mittwoch. Ein Mitarbeiter des türkischen Handelsregisters bestätigte den Neueintrag.

Mit Blick auf eine mögliche Fabrik in der Nähe von Izmir heißt es bei Volkswagen seit Wochen, dass man in „finalen“ Gesprächen zu letzten Vertragsdetails sei. Die dort geplanten Modelle wären der neue Passat, der bisher im Werk Emden gefertigt wurde, und der Skoda Superb. Aus Unternehmenskreisen hieß es, einen genauen Termin für den erwarteten Vertragsschluss gebe es noch nicht.

Der Produktionsvorstand der Kernmarke VW Pkw, Andreas Tostmann, hatte am vergangenen Donnerstag von höchstens zwei Wochen als Zielzeitraum für eine formale Entscheidung gesprochen. Es könnte um eine Investition in Milliardenhöhe gehen. Zuvor soll auch ein Standort in Bulgarien mit im Rennen gewesen sein.

Schwenk auf Elektro macht neues Werk nötig

Nötig wird das Werk unter anderem, weil VW den Umstieg in die E-Mobilität an deutschen Standorten beschlossen hat. Zwickau wird bereits umgebaut, die Werke in Emden und Hannover sollen folgen. Deshalb braucht der Konzern neue Kapazitäten für den Passat und den Superb der Schwestermarke Skoda.

Zuletzt hatte eine Gruppe von EU-Parlamentariern die EU-Kommission dazu aufgefordert, zu prüfen, ob der geplante Bau eines neuen VW-Mehrmarkenwerks in der Türkei mit EU-Vorschriften vereinbar sei. Eine Sprecherin der Kommission bestätigte, dass die Behörde einen Brief eines Europaabgeordneten erhalten habe und zu gegebener Zeit darauf antworten werde.

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