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WLTP-Umstellung sorgt für Rekord bei Pkw-Neuzulassungen

| Autor: Andreas Wehner

Im August wurden so viele Neuwagen zugelassen wie noch nie in diesem Monat. Das Plus zum August 2017 betrug 24,7 Prozent, weil viele nicht nach WLTP zertifizierte Autos vor dem 1. September zugelassen werden mussten. Das Fabrikat mit dem größten Zuwachs kommt aus Frankreich.

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(Bild: Seyerlein / »kfz-betrieb«)

Die Umstellung auf das neue Abgastestverfahren WLTP hat im August für ein Neuzulassungshoch gesorgt. 316.405 neu registrierte Pkw bedeuteten ein Plus von 24,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, wie das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) am Dienstag mitteilte. Erstmals wurde damit in einem August die Marke von 300.000 Neuzulassungen überschritten. Die bisherige Jahresbilanz weist einen Zuwachs von 6,4 Prozent aus.

Das deutliche Plus im August hat unterschiedliche Gründe. Einerseits haben einige Fabrikate zuletzt verstärkt Autos mit hohen Nachlässen in den Markt gedrückt, die den WLTP-Standard nicht erfüllen und seit 1. September nicht mehr neu zugelassen werden dürfen. Noch viel stärker dürfte ins Gewicht fallen, dass viele Händler verbleibende Lagerwagen kurz vor der WLTP-Umstellung selbst registriert haben, um sie in den nächsten Wochen und Monaten als Tageszulassungen zu vermarkten.

Während die privaten Neuzulassungen um 4,3 Prozent zulegten, stiegen die gewerblichen – inklusive Händler- und Werkszulassungen sowie Zulassungen auf Vermieter – um 37,8 Prozent. Eine genauere Analyse, welche Fabrikate besonders aktiv waren, ermöglicht die detaillierte Segmentbetrachtung, die das KBA in wenigen Tagen veröffentlicht.

„Für den nächsten Monat ist mit einem starken Rückgang bei den Neuzulassungen zu rechnen“, sagt Peter Fuß vom Beratungsunternehmen Ernst & Young (EY). Die jetzt auf Halde stehenden Eigenzulassungen müssten an den Mann gebracht werden, hinzu kämen Lieferengpässe bei Neuwagen, da viele Modelle noch nicht nach WLTP zertifiziert seien. Die Automobilverbände VDA und VDIK rechnen für das Gesamtjahr dennoch mit einem Plus auf dem deutschen Pkw-Markt.

Unter den deutschen Marken legten im August Porsche (+60,8 %), VW (+46,2 %), Audi (+45,3 %), Smart (+32,2 %) und Mini (+11,8 %) zweistellig zu. Schwächer war das Plus bei Ford mit 7,4 Prozent und BMW mit 3,1 Prozent. Dagegen mussten Mercedes (-10,9 %) und Opel (-5,2 %) sogar rückläufige Neuzulassungen hinnehmen. Unter den Importeuren verzeichneten Renault (+101,9 %), Seat (+92,7 %), Jeep (+91,1 %) und Jaguar (+87,9 %) die höchsten Steigerungen in der Monatsbilanz.

Durch das starke Wachstum im August legten auch die Neuzulassungen von Diesel-Pkw um 7,8 Prozent zu – jedoch längst nicht so stark wie die von Benzinern. Bei Pkw mit Ottomotoren verzeichnete das KBA einen Zuwachs von 32,6 Prozent. Der Anteil der Diesel-Pkw am Gesamtmarkt lag im August bei 32,2 Prozent. Alternative Antriebsarten waren wie zuletzt deutlich stärker gefragt als noch vor einem Jahr. Eine Ausnahme bildeten im August die Flüssiggas-Fahrzeuge, deren Neuzulassungen um 18,7 Prozent zurückgingen. Der durchschnittliche CO2-Ausstoß betrug 131,8 Gramm pro Kilometer. Das entspricht einem Plus von 2,8 Prozent im Vergleich zum August 2017.

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Über den Autor

 Andreas Wehner

Andreas Wehner

Redakteur im Ressort Newsdesk bei »kfz-betrieb«