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ZDK: Preiserhöhung bei Autoscout 24 verärgert Händler

Autor: Martin Achter

Alle Jahre wieder – erhöhen Gebrauchtwagenbörsen die Preise: Zumindest hat der ZDK jetzt einen solchen Schritt von Autoscout 24 kritisiert. Der Marktplatz äußert sich dazu nicht im Einzelnen. Und der Wettbewerb behält sich eine Preiserhöhung vor.

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Der ZDK kritisiert Preiserhöhungen von Autoscout 24. Die Plattform gehört zur Münchner Scout-24-Gruppe.
Der ZDK kritisiert Preiserhöhungen von Autoscout 24. Die Plattform gehört zur Münchner Scout-24-Gruppe.
(Bild: Achter/»kfz-betrieb«)

Der Internetmarktplatz Autoscout 24 hat sich für eine Preiserhöhung Kritik vom Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) eingehandelt. „Deutliche Preiserhöhungen der Online-Fahrzeugbörse Autoscout 24 sorgen für massiven Ärger in Autohäusern und Kfz-Betrieben“, erklärte der Verband am Montag in Bonn. Stichproben in einigen Betrieben hätten gezeigt, dass „Steigerungen von bis zu 25 Prozent“ zu jährlichen Zusatzkosten „im mittleren bis hohen fünfstelligen Euro-Bereich“ führen könnten.

Die Münchner Scout-24-Gruppe, zu der Autoscout 24 gehört, wollte Preiserhöhungen auf Anfrage nicht konkret bestätigen und auch keine Angaben zu einem etwaigen Umfang machen. Die Gruppe betonte jedoch, Autoscout 24 investiere „ständig in die Optimierung des Marktplatzes – und entwickelt ständig Innovationen, um die Händler beim Verkauf ihrer Fahrzeuge zu unterstützen“. Bei Autoscout 24 sind in Deutschland aktuell rund 23.000 Händler registriert.

Der Wettbewerber Mobile.de äußerte sich auf Anfrage nicht eindeutig dazu, ob seinerseits eine Preiserhöhung geplant ist. Das Unternehmen wollte sich einen solchen Schritt jedoch vorbehalten.

„Zu diesjährigen Änderungen des Preismodells können wir derzeit keine Angaben machen“, erklärte Mobile. „Wir konzentrieren uns aktuell darauf, dem Handel deutlich mehr Nachfrage zu liefern als der Wettbewerb und behalten uns vor, die Preise möglicherweise dementsprechend anzupassen.“ Mobile arbeitet derzeit mit rund 42.000 registrierten Händlern zusammen.

ZDK fordert mehr Wettbewerb

Der ZDK beanstandete angesichts der kritisierten Preiserhöhungen auch die Marktstellung der beiden Börsen. Dem Verband stoße „seit Langem die quasi duopolartige Stellung der zwei Platzhirsche bei den Fahrzeugbörsen übel auf“. Deshalb setze sich der ZDK für mehr Wettbewerb unter den Internetmarktplätzen ein und sei seit Dezember 2018 „aus strategischen Erwägungen“ stiller Gesellschafter der Mobility Trader GmbH – die den Gebrauchtwagenmarktplatz Heycar betreibt. Hinter Mobility Trader steht die Volkswagen-Finanzsparte.

ZDK-Vizepräsident Thomas Peckruhn betonte die Bedeutung des Engagements bei Heycar aus Sicht des Verbands: „Die Partnerschaft mit Heycar war für den Verband der strategisch richtige Schritt. Der ZDK entsendet zwei Mitglieder in den Heycar-Händlerbeirat, welcher in beratender Funktion auf ein praxisgerechtes und händlerfreundliches Agieren hinwirkt.“

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Über den Autor

 Martin Achter

Martin Achter

Redakteur Management & Handel bei »kfz-betrieb«