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ZF bringt Wabco-Übernahme auf den Weg

| Autor / Redakteur: dpa / Andreas Grimm

Der Zulieferer vom Bodensee startet einen zweiten Anlauf, sich im Bereich Nutzfahrzeug-Bremssysteme zu verstärken. Nach der abgeblasenen Haldex-Übernahme scheint der Kauf von Wabco erfolgreich zu verlaufen.

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(Bild: ZF Friedrichshafen AG)

Der Automobilzulieferer ZF Friedrichshafen strebt die nächste große Übernahme an. Das Unternehmen will für gut 6,2 Milliarden Euro den US-Bremsenhersteller Wabco übernehmen. Beide Unternehmen haben eine entsprechende Vereinbarung unterzeichnet, wie sie am Donnerstag mitteilten. Mehr als die Hälfte der Wabco-Aktionäre, aber auch die Wettbewerbsbehörden müssen der Transaktion noch zustimmen. ZF geht davon aus, dass das Geschäft Anfang 2020 über die Bühne gehen wird. „Der Vorstand sowie der Aufsichtsrat von ZF und das Board of Directors von Wabco haben der geplanten Akquisition zugestimmt“, heißt es in einer ZF-Mitteilung.

Der Autozulieferer mit Sitz in Friedrichshafen am Bodensee würde sich damit Kompetenzen für Nutzfahrzeug-Bremssysteme sichern, die das Unternehmen für das automatisierte Fahren dringend braucht und bisher nicht selbst hat. Es gebe keine Überlappungen bei den beiden Firmen, sagte ZF-Chef Wolf-Henning Scheider. Bislang macht ZF Friedrichshafen 80 Prozent seines Geschäfts rund um den Pkw, der Anteil würde nach der Übernahme auf 70 Prozent sinken.

Zusammen kämen ZF und Wabco auf einen Umsatz von rund 40 Milliarden Euro und reichten damit an Branchengrößen wie den Bosch-Konzern heran, der mit dem Zuliefergeschäft zuletzt 47 Milliarden Euro Umsatz machte. Wabco beschäftigt weltweit rund 16.000 Mitarbeiter, bei ZF sind es 146.000.

Dass es Gespräche zwischen den beiden Unternehmen gibt, war Ende Februar durchgesickert. Der Autozulieferer vom Bodensee schaut seit Jahren mit großem Interesse auf den Bremsen-Bereich. 2016 scheiterte der Versuch, die schwedische Haldex zu übernehmen. Die Aktionäre stimmten der Übernahme nicht zu.

Auch an Wabco hatte ZF früher schon einmal Interesse gezeigt. Dem Vernehmen nach bremste der Aufsichtsrat aber nach der Übernahme des US-Konkurrenten TRW 2015 die forsche Expansionsstrategie des damaligen Vorstandschefs Stefan Sommer, der schließlich gehen musste.

TRW hatte ZF 2015 für rund 12,4 Milliarden US-Dollar und das zum großen Teil mit Schulden finanziert. Vor gut einem Jahr kündigte der Zulieferer an, wieder an größere Übernahmen zu denken. „Nach der erfolgreichen Integration von TRW hat ZF seine Verschuldung signifikant reduziert“, sagte ZF-Finanzchef Konstantin Sauer.

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