BMW Zipse: „Nachhaltigkeit ist mittlerweile ein Kaufgrund“

Autor: Jens Rehberg

Auf dem IFA-Branchengipfel hat BMW-Chef Oliver Zipse die Nachhaltigkeitsziele des Herstellers bekräftigt – und die Latte sogar noch einen Tick höher gelegt.

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IFA-CEO Prof. Stefan Reindl (l.) im Gespräch mit BMW-Chef Oliver Zipse.
IFA-CEO Prof. Stefan Reindl (l.) im Gespräch mit BMW-Chef Oliver Zipse.
(Bild: VCG/Rehberg)

BMW will die CO2-Emissionen seiner Modelle bis 2030 in der Nutzungsphase der Fahrzeuge im Schnitt um mindestens 50 Prozent reduzieren. Das sagte der Vorstandsvorsitzende des Autobauers am Donnerstag auf dem Branchengipfel des Instituts für Automobilwirtschaft in Nürtingen. Bislang galt für BMW das Ziel, die Fahrzeugemissionen während der Nutzung in den kommenden zehn Jahren im Vergleich zu 2019 um 40 Prozent abzusenken.

Zipse stellte zudem das Thema Zirkularität als Zielbild für das Wirtschaften des Autobauers in den Fokus seines Vortrags. Bis 2030 soll die Sekundärquote – also der Anteil an wiederverwertbarem bzw. recyceltem Material – in der Fahrzeugproduktion auf 50 Prozent pro Einheit gesteigert werden. „Bei den Nickel-Kobalt-Aluminium-Batterien halten wir eine Recyclingquote von 90 Prozent für machbar“, so Zipse.

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„BEV-Nachfrage ist da“

In den kommenden zehn Jahren wolle BMW weltweit zehn Millionen rein batteriebetriebene Einheiten auf die Straße bringen. Der BMW-Chef zeigte sich optimistisch, dass auf Kundenseite eine entsprechende Nachfrage bestehe. Nachhaltigkeit sei mittlerweile ein echtes Verkaufsargument. „Viele Kunden sind heute bereit, auf ein weniger bekanntes Modell umzuschwenken, wenn sie damit deutlich nachhaltiger unterwegs sein können“, sagte Zipse.

Dabei wünscht sich der BMW-Chef allerdings mehr Unterstützung durch die Politik: „Nach unseren Zahlen wächst die Nachfrage nach BEVs fünfmal so schnell wie der Ausbau der Ladeinfrastruktur.“ Insbesondere die süd- und südosteuropäischen Länder hinkten mit entsprechenden Maßnahmen stark hinterher. Von Brüssel erwartet der Manager generell mehr Engagement im Hinblick auf eine Vereinheitlichung der Gesetzgebung zur Umsetzung der CO2-Reduzierung in der EU.

In eine ähnliche Richtung zielte ein Hinweis des BMW-Chefs auf das Fehlen einer intelligenten Verkehrslenkung in den Städten und auf den Autobahnen. Außerdem forderte er von den Brüsseler Politikern, verstärkt auf Fairness in den Beziehungen mit den weltweiten Handelspartnern zu pochen.

BMW macht weiter Wasserstoff

Zipse betonte zudem das Potenzial des Wasserstoffantriebs für die zukünftige Modellpolitik des Herstellers. „Bei dieser Technologie bleiben wir am Ball, denn Wasserstoff ist nun mal die einzige Möglichkeit, nachhaltig erzeugte Energie zu speichern.“ Auch die Politik müsse immer wieder an das Thema Technologieoffenheit erinnert werden – „wir brauchen diese Offenheit, solange die Mobilität weltweit so heterogen ist“, so der BMW-Chef.

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