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50 Jahre Suzuki Offroader: Japanisch, praktisch, gut

Autor / Redakteur: sp-x / Christoph Seyerlein

Allradler ins Zwergenformat zu schrumpfen, darin ist Suzuki seit einem halben Jahrhundert der Größte. Ist es heute der Ignis, der SUV auf 3,70 Meter reduziert, gelang mit dem ersten Jimny sogar ein Geländegänger der Drei-Meter-Klasse.

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Vom Jimny baute Suzuki bislang fünf Generationen.
Vom Jimny baute Suzuki bislang fünf Generationen.
(Bild: autodrom)

Allradler, die sich immer und überall durchsetzen, haben japanische Automarken weltweit bekannt gemacht. Was Toyota, Nissan und Mitsubishi mit großen Geländegängern schon kurz nach dem Koreakrieg gelang, wollte Suzuki vor 50 Jahren mit einem 2,98 Meter kurzen Winzling wiederholen. Dazu kaufte der erfolgreiche Kleinwagenproduzent ein Offroad-Konzept des finanziell gescheiterten japanischen Herstellers Hope und entwickelte daraus den ersten Suzuki Jimny LJ. Ein Jeep-ähnlicher (LJ = Light Jeep) Geländehopser für Freizeit, Forst und Militär, der in den 1970er Jahren friedlich den ganzen Globus eroberte und über verschiedene Evolutionsstufen bis heute gebaut wird.

Unter dem Werbeslogan „Hoppla, jetzt komm ich!“ entfachte der Jimny ab 1980 in Deutschland einen Hype, wie ihn die Allradszene nicht für möglich gehalten hatte. Suzuki wurde hierzulande vorübergehend die größte Offroad-Marke und machte das geländegängige Erfolgsmodell zum Begründer einer ganzen 4x4-Familie. Darunter coole Kisten wie der frühe Vitara als SUV-Vorreiter und der aktuelle Ignis als erster „Mikro-SUV“, aber auch schräge Crossover-Typen à la Vitara X-90, von Suzuki selbstbewusst beworben unter dem Slogan: „Love it or leave it.“

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Es war der Jimny, der Suzuki zum größten Minicar-Hersteller der Welt machte. Wie der Urvater aller modernen Geländewagen, der amerikanische Jeep, setzt der Jimny bis heute – in mittlerweile fünfter Generation - auf Leiterrahmen, blattgefederte Starrachsen und zuschaltbaren Allradantrieb mit Geländeuntersetzung.

Zum Erfolgsgeheimnis des Suzuki zählen aber auch das puristische Design und die ultrakurzen Abmessungen, denn mit unter drei Meter Länge und 1,30 Meter Breite entsprachen die Jimny LJ 10 und LJ 20 bis 1975 als erste Allradler überhaupt der in Japan rechtlich privilegierten sogenannten Kei-Car-Klasse.

LJ 80 wird zum Frauenheld

Aber auch die Weiterentwicklung zum Jimny LJ 80, mit dem Suzuki vor 30 Jahren in Deutschland startete, beanspruchte kaum mehr Grundfläche als etwa die Urversionen der Winzlinge Fiat 500 oder Mini. Und genau wie diese Kult-Kleinwagen wurde der LJ 80 dank seiner fast schon niedlichen Formensprache zum Liebling der Jugend und der Frauen.

Wozu die von Suzuki kreierten Kosenamen Jipsy und Eljot ebenso beitrugen wie die Werbung in Comicform, allen voran phantastische Geschichten wie der Grand Prix von Matschhausen: „Helm auf! Mit wenigen Handgriffen verwandelt Lothar Lehmann das Einkaufsauto seiner Gemahlin in einen rallyefertigen Geländewagen... 800 ccm, 39 PS stark, 3,17 Meter kurz, 825 Kilo leicht... Vor und neben ihm brüllen die hubraumstarken Motoren der bullligen Geländeboliden. Und ab geht die Post, jedoch mancher ist zu lang, einige sind zu schwer und andere werden vom Schicksal ausgesiebt!“.

Mit der Vermittlung von Lebensfreude und Open-Air-Lifestyle zum damals konkurrenzlos kleinen Preis war es dem LJ 80 und den etwas größeren Nachfolgern SJ 410 (ab 1982) und SJ 413 (ab 1984) ein leichtes, auf dem europäischen Allrad- und Cabriomarkt ganz nach vorne zu fahren. Waren doch bezahlbare Cabriolets Anfang der 1980er Jahre fast ausgestorben. Da trafen die preiswerten Suzuki-Verdeckträger sofort ins Schwarze – vorausgesetzt, deren Besatzung scheiterte nicht an der mühseligen Prozedur, Plane und Verdeckgestänge abzunehmen.

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