50 Jahre Suzuki Offroader: Japanisch, praktisch, gut

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Wer erinnert sich nicht an den Filmspot von 1986, in dem ein Audi quattro eine steile Skisprungschanze erklimmt? Eine Leistung, die dem Suzuki SJ 410 in der Printwerbung schon fünf Jahre früher gelang. Unter dem Slogan „Wo ein Suzuki SJ 410 ist, ist auch ein Weg“ fragt die Copilotin: „Erich, hast Du auch auf Allradantrieb geschaltet?“ Erich ganz cool: „Wozu, die Fahrbahn ist doch trocken.“ Und die Tochter grinst dazu: „Du Papi, den Sportwagen aus Italien haben wir jetzt abgehängt.“

Was allein auf der Schanze möglich war, denn auf der Autobahn brachte es Deutschlands damals populärster Geländewagen nur mit Mühe auf Tempo 110. Weshalb der 1985 eingeführte SJ 413 in der Leistung fast um 50 Prozent erstarkte auf 47 kW/64 PS, gerade genug um im Verkehr mitzuschwimmen.

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Wirklich akzeptables Temperament bot erst die 1988 eingeführte Evolutionsstufe SJ Samurai. Dafür kündigte sich mit dem Samurai ein anderes Problem an. Der Geländewagen geriet in den USA in eine Debatte über Kippsicherheit bei Ausweichmanövern und Unfällen. Einen nachhaltigen Rufschaden konnte Suzuki durch die rasche Präsentation des größeren und fahrsicheren Modells Vitara abwenden. Der SJ Samurai dagegen erhielt erst 1998 einen Nachfolger – in Form der noch heute aktuellen Jimny-Generation. Erstmals darf sich der kleine Geländewagen jetzt auch in Deutschland offiziell Jimny nennen. Vielleicht ein gutes Omen für den scheinbar ewig jungen Offroader, der bis heute ohne ernsthafte Wettbewerber geblieben ist.

Anders sieht es beim Vitara aus, der 1988 als erstes SUV aus dem Haus Suzuki vorgestellt wurde unter dem Motto „All you need is life“. Lifestyle und schicke Formen für Fahrten über Großstadtboulevards oder zur Berghütte, dafür steht der Vitara auch vier Generationen und knapp 30 Jahre später noch. Wie bei anderen SUV gibt es heute Allrad aber nur noch optional, anfangs dagegen waren die Offroadqualitäten des Vitara mit Leiterrahmen, zuschaltbarem 4x4-Antrieb und Untersetzungsgetriebe ebenso einzigartig wie sein Gesamtsieg 1996 beim legendären Pikes-Peak-Bergrennen in den USA.

Weltgrößte Minicar-Marke mit gelegentlichen Ausreißern

Im Kern konzentriert sich Suzuki seit jeher auf seine Rolle als weltgrößte Minicar-Marke, was aber gelegentliche Eskapaden nicht ausschließt. Etwa 2003, als der Vitara auf fast fünf Meter gestreckt wurde und zum Grand Vitara XL-7 mutierte. Der passende Antrieb: Ein 135 kW/184 PS starker, aber durstiger 2,7-Liter-V6. Auch schräge Abwege scheute der Vitara nie. So fuhr er 1995 als zweisitziger X-90 ins Rampenlicht und zugleich in eine Sackgasse. Mit schrillen Farben, angedeuteter Stromlinie, herausnehmbarem T-Roof und keckem Heckspoiler zeigte der X-90 allen SUV-Konkurrenten, welche Marke über die kreativste Kompetenz bei kompakten Allrad-Modellen verfügt. „Sicher nichts für jeden“, meinte die Werbung zurecht. Am Ende waren es aber zu wenige, die „lieber mal gegen den Strom schwimmen“.

Ein Schicksal, das der gefällige Allradler SX4 von 2006 und sein 2013 lancierter moderner Nachfolger SX4 S-Cross, nicht fürchten mussten, entsprechen diese kompakten Crossover doch dem Massengeschmack. Was letztlich auch für den markanten Mini-Crossover Ignis zutraf, der 2001 lanciert wurde und anfangs sogar beachtliche Rallyeerfolge erzielte. Produziert wurde die ersten beiden Ignis-Generationen wie auch der SX4 für den europäischen Markt in Ungarn.

Dagegen ist der seit Januar 2017 angebotene dritte Ignis wieder ein echter Japaner, was sich vielleicht auch in den Formen dieses 3,70 Meter kurzen Mikro-SUVs spiegelt. Zitiert das Design doch vergangene Kei-Car-Helden, die Europäern kaum bekannt sind, die aber Suzuki zum größten Konstrukteur kleiner Kletterkünstler machten.

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