Reifentest ADAC liefert Argumente für Premiumreifen

Von Jan Rosenow

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Im Test zweier Dimensionen von Winterreifen setzten sich Produkte aus den Häusern Continental, Goodyear und Michelin durch. Günstigere Produkte schafften es nur ins Mittelfeld, von zwei chinesischen Reifen rieten die ADAC-Tester sogar ab.

Zweimal ganz oben auf dem Treppchen: Continentals Wintercontact TS 870 kann im ADAC-Test überzeugen.
Zweimal ganz oben auf dem Treppchen: Continentals Wintercontact TS 870 kann im ADAC-Test überzeugen.
(Bild: Volker Warning)

Wie so viele andere Produkte werden auch Winterreifen in der kommenden Saison deutlich teurer. Das dürfte viele Verbraucher dazu bewegen, beim Reifenkauf für die kommende kalte Jahreszeit auf preisgünstigere Ware zu setzen. Dass dies zu Sicherheitseinbußen führen kann, dafür liefert der ADAC in seinem aktuellen Reifentest überzeugende Argumente. Denn anders als sonst bekamen fast ausschließlich die Topmarken der jeweiligen Anbieter die Bestnoten – Überraschungen durch Zweitmarken oder Budgetanbieter aus Fernost blieben aus.

Traditionell testet der Münchener Automobilklub zwei Größen: Diesmal waren es die Dimensionen 185/65 R 15, die auf vielen Kleinwagen zum Einsatz kommt, und 215/60 R 16 für kompakte SUVs. Bei der Kleinwagengröße erreichten drei Produkte die beste vergebene Note (2,2): der Continental Wintercontact TS 870, der Goodyear Ultragrip 9 Plus und der Semperit Speed-Grip 3. Die Tochtermarke von Continental schaffte es als einziges Produkt aus dem Quality-Segment, in die Phalanx der Premiumreifen einzubrechen. Nur 0,1 Punkte dahinter und immer noch im Bereich der Note „gut“ lag der Michelin Alpin 6.

Bei der Kleinwagendimension 185/65 R 15 zeigte sich eine große Bandbreite an Ergebnissen – bis hin zu zweimal „mangelhaft“.
Bei der Kleinwagendimension 185/65 R 15 zeigte sich eine große Bandbreite an Ergebnissen – bis hin zu zweimal „mangelhaft“.
(Bild: ADAC)

Auffällig war bei vielen Reifen das schlechte Abschneiden auf trockener Fahrbahn. Diese Testaufgabe geht beim ADAC zwar nur mit 15 Prozent in die Endauswertung ein, allerdings schlägt eine schlechte Note trotzdem auf das Endergebnis durch. Dies widerfuhr den eigentlich hochwertigen Produkten Dunlop Winter Response 2 und Fulda Kristall Montero 3.

Nach Aussage der Tester fuhren die Reifen bzw. das Testfahrzeug auf trockener Fahrbahn bei Autobahntempo nicht „sauber“: Sie vermittelten kein gutes Gefühl für das Auto, der Geradeauslauf war unzureichend und der für die Kurve nötige Lenkwinkel ließ sich nur schlecht abschätzen. Dieses Verhalten sei zwar nicht kritisch, auf längeren Autobahnfahrten aber durchaus unkomfortabel und anstrengend, hieß es beim ADAC. Auch könne das Fahrzeug bei einem Ausweichmanöver zum Übersteuern neigen.

Abgesehen von diesem Lapsus und einem etwas zu lautem Abrollen zeigte aber speziell der Dunlop überall gute bis sehr gute Leistungen. Wie immer lohnt es sich, die Tabelle mit den Testergebnissen genau zu lesen. Denn die meisten Probanden zeigten mindestens eine „Inselbegabung“, die sie für manchen Kunden vielleicht zur passenden Wahl macht. Theoretisch galt das sogar für den Billigreifen Wanli SW 611: Er überrascht mit einem extrem niedrigen Rollwiderstand und dem besten Eisgrip des gesamten Feldes. Weil er allerdings auf nasser Straße katastrophal versagte (Note 5,5, schlechter geht es nicht), rieten die ADAC-Tester trotzdem von ihm ab.

Eine Empfehlung für Sparfüchse

In der Testgröße 215/60 R 16 gab es keine echten Ausfälle. Lediglich ein Reifen muss sich mit der Note „ausreichend“ zufrieden geben.
In der Testgröße 215/60 R 16 gab es keine echten Ausfälle. Lediglich ein Reifen muss sich mit der Note „ausreichend“ zufrieden geben.
(Bild: ADAC)

Echte Billigreifen waren im Testfeld der Größe 215/60 R 16 nicht vertreten. Aber auch hier machten die Premiumhersteller den Sieg unter sich aus: Continental schaffte es mit dem TS 870 zum zweiten Mal aufs oberste Treppchen, diesmal punktgleich (Note 2,1) mit dem Dunlop Winter Sport 5 aus dem Hause Goodyear. Mit Note 2,3 folgen der Goodyear Ultragrip Performance Plus und der Michelin Alpin 6.

Zum breiten Mittelfeld mit der Note „befriedigend“ (2,6–3,5) zählten Premiummarken wie Bridgestone mit dem Blizzak LM 005, aber auch Newcomer wie GT Radial mit dem Winterpro 2 oder Matador mit dem MO 93 Nordicca. Eine Empfehlung für Sparfüchse ist der Sava Eskimo HP2. Er wies den mit Abstand geringsten Verschleiß auf und punktete zudem mit sehr niedrigem Rollwiderstand. Nur auf Nässe sollte man mit ihm vorsichtig fahren.

Am Ende der Liste fand sich der Cooper WM-SA 2 Plus wieder, dem ebenfalls sein unausgewogenes Fahrverhalten auf trockener Straße eine bessere Gesamtnote verhagelte.

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