ADAC-Werkstattbetreiber: „Sprüche bleiben nicht aus“

Autor: Christoph Baeuchle

Wolfgang Hermann hat in eine ADAC-Werkstatt investiert. Nun ist das Image des Clubs am Boden. Der Unternehmer erläutert, wie sich das im Werkstattalltag auswirkt.

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Wolfgang Hermann investierte Ende vergangenen Jahres in eine ADAC-Werkstatt.
Wolfgang Hermann investierte Ende vergangenen Jahres in eine ADAC-Werkstatt.
(Bild: VBM-Archiv)

Herr Hermann, Sie haben als einer der ersten Unternehmer eine ADAC-Werkstatt eröffnet. Durch den Skandal leistet der Verkehrsclub Werbung der unerwünschten Art. Wie bekommen Sie dies zu spüren?

Wolfgang Hermann: Wir sind erst seit Januar richtig am Netz, entsprechend schwer ist eine Beurteilung. Aber wir haben in unseren Planungen nicht von 0 auf 100 gerechnet. Da wir eher vorsichtig waren, müssen wir uns nicht wesentlich einschränken.

Bekommen Ihre Mitarbeiter etwas zu spüren?

Der eine oder andere Spruch bleibt natürlich nicht aus. Zum Beispiel wird gefragt, ob der ADAC-Hubschrauber auch unseren Mitarbeitern für einen Urlaubsflug zur Verfügung steht. Aber da ist immer ein Augenzwinkern dabei.

Gehen Sie davon aus, dass dies lediglich Ihre ADAC-Werkstatt betrifft, oder rechnen Sie als ADAC-Partner mit einem Imageschaden auch bei Ihren anderen Betrieben?

Nein, die Auswirkungen sind viel zu gering. Die meisten Menschen verbinden mit dem ADAC trotz Krise etwas Positives. Viele waren schon einmal am Straßenrand auf Hilfe angewiesen, dann war der ADAC zur Stelle. Wir sind seit 50 Jahren ADAC-Partner und wollen und werden das auch die nächsten 50 Jahre bleiben.

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Wie unterstützt Sie der ADAC in der Kommunikation?

Der ADAC geht in der Öffentlichkeit einen ordentlichen Weg, das hilft natürlich auch uns. Ich habe in den vergangenen Wochen zahlreiche Telefonate mit dem Club geführt.

Was erwarten Sie nun vom ADAC?

Kein Unternehmen, kein Verein und keine Person ist stets ganz oben. Die Lebenskurve geht mal hoch und auch mal runter. Durchsetzen wird sich letztendlich immer Ehrlichkeit, Kompetenz und Freundlichkeit.

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