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Ärger um Golf 8: VW will mit „Markteinführung 2.0“ gegensteuern

| Autor / Redakteur: Christoph Seyerlein / Viktoria Hahn

Nach der herben Kritik von Handel und Betriebsratschef Osterloh will VW den Golf 8 mit einer Art „Markteinführung 2.0“ am 20. März in Deutschland in die Spur bringen. Ein kaum zu kontrollierender Faktor bringt die Pläne allerdings in Gefahr.

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(Bild: Seyerlein/»kfz-betrieb«)

Der Handel hatte bereits direkt nach dem Marktstart sein Leid geklagt, nun schimpfte mit Bernd Osterloh auch der Betriebsratschef: Der holprige Anlauf des Golf 8 wird für VW zunehmend zum Problem. Osterloh sprach in der Betriebsratszeitung „Mitbestimmen“ gar von „Chaos“, das der Vorstand verursacht habe. Doch wie reagiert das VW-Management selbst auf die Situation?

Im Gespräch mit »kfz-betrieb« äußerte sich am Donnerstag VW-Deutschlandchef Holger B. Santel. Man habe den Golf 8 im letzten Jahr so früh wie möglich auf den Markt bringen wollen, sagte er. Das sei ein Fehler gewesen. Dafür habe man sich bei seinen Partnern entschuldigt. Vertriebsvorstand Jürgen Stackmann hatte das im Rahmen eines großen Händlerkongresses im Januar getan.

Vom Erfolg des Golf 8 ist Santel aber trotz der Startschwierigkeiten überzeugt. Die Probleme habe man mehr und mehr in den Griff bekommen. Rückenwind soll dem Modell zudem eine Art „Markteinführung 2.0“ bei den Händlern am 20. März verleihen. Allerdings könnten vielen Partnern das Coronavirus und die damit verbundenen zunehmenden Vorsichtsmaßnahmen einen Strich durch die Rechnung machen. Bei zahlreichen Händlern werden die Kundenveranstaltungen wohl ausfallen. VW will dem unter anderem mit verstärkten Online-Marketingaktionen begegnen.

Ernüchternde Zahlen

Der Blick auf die Zulassungszahlen des Golf 8 fällt für VW bislang ernüchternd aus. In Deutschland hat das Kraftfahrt-Bundesamt in den ersten beiden Monaten 2020 insgesamt 24.610 neue Einheiten des Dauer-Bestsellers registriert. Damit liegt der Golf 8 um fast 20 Prozent hinter dem Golf 7 im gleichen Zeitraum 2019 zurück – und das, obwohl jenes Auto damals schon spürbar in die Jahre gekommen war.

Fragen werfen die Schwierigkeiten rund um den Golf auch im Hinblick auf den ID 3 auf. Bei seinem Elektro-Hoffnungsträger hat VW mehreren Berichten zufolge ebenfalls mit Software-Problemen zu kämpfen. Ein genaues Datum für die Markteinführung gibt es bislang nicht. Volkswagen selbst spricht von „Sommer 2020“. Santel bekräftigte im Gespräch am Donnerstag noch einmal, dass man diesen Zeitrahmen definitiv einhalten werde.

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