Lichtprüfung Alles blendend?

Von Steffen Dominsky

Eine bekannte Richtlinie regelt die Prüfung von Fahrzeugscheinwerfern im Zuge der HU perfekt und bis ins kleinste Detail – theoretisch. Praktisch gibt es aber nach wie vor die eine oder andere „Baustelle“.

Auch wenn die HU-Scheinwerferprüfrichtlinie Ende 2018 komplett überarbeitet wurde: Nach wie vor gibt es einige Punkte und Praktiken, die kritisch hinterfragt gehören.
Auch wenn die HU-Scheinwerferprüfrichtlinie Ende 2018 komplett überarbeitet wurde: Nach wie vor gibt es einige Punkte und Praktiken, die kritisch hinterfragt gehören.
(Bild: Dominsky – »kfz-betrieb«)

Wie? Ein großer Kundendienst inklusive Fahrzeugannahme und Übergabe in 20 Minuten – das kommt Ihnen spanisch vor? „Genau das sollte es Ihnen auch, wenn die Kalibrierung Ihres HU-Scheinwerferprüfplatzes in einer Stunde über die Bühne geht“, erklärt Manfred Rudhart vom Lichtdienstleister RMI-Tec. Verständlich, schließlich kann die seriöse Abnahme eines solchen bis zu vier Stunden dauern. Doch nach wie vor gibt es Prüfer, die nehmen es mit den Vorgaben nicht so genau. Motto: Hauptsache schnell 400, 500 Euro Umsatz gemacht. Dass Werkstätten mit solchen „Schnellkalibrierungen“ nicht nur mit Blick auf den Zeitbedarf zufrieden waren und sind, ist nachvollziehbar: Fast immer fielen diese positiv aus, und der Prüfplatz erhielt seine Plakette – das Gefühl kennt man ja von der HU.

Doch derartige Kalibrierungen können nicht im Sinne des Gesetzgebers sein. Und so passiert es inzwischen öfter, dass Prüfer, allen voran die einer großen Prüforganisation, Werkstätten bei einer Rekalibrierung das Urteil überbringen: „Platz durchgefallen“. Diese staunen dann nicht schlecht. Schließlich hat sich an ihrem Prüfplatz – fast immer eine Fläche auf dem Werkstattboden – im Vergleich zur Vor- und Erstkalibrierung nichts verändert. Die Prüfer begründen das neue Urteil dann mit: „Die Richtlinie hat sich geändert.“ Aber stimmt das? Nein!

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