AMG GT 63: Daimlers Antwort auf den Panamera

Autor / Redakteur: sp-x / Jakob Schreiner

Mercedes verlängert seinen aufregendsten Sportwagen um zwei vollwertige Rücksitze. Die viertürige Version des AMG GT macht den bis zu 639 PS starken Allradler alltagstauglich und will eine neue Art von Kunden erobern – Familienväter mit schwerem Gasfuß und dickem Geldbeutel.

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Für den AMG GT 63 werden mindestens 150.000 Euro fällig.
Für den AMG GT 63 werden mindestens 150.000 Euro fällig.
(Bild: Daimler)

Zugegeben, eigentlich passt der neue Viertürer Mercedes-AMG so gar nicht in die Landschaft des Jahres 2018. Eine Sportlimousine mit bis zu 470 kW/639 PS, 315 km/h Spitze und dem Preis einer kleinen Eigentumswohnung.

Während die Premieren neuer Elektromodelle und die medialen Dauerbrenner Fahrverbote und Nachrüstung die Schlagzeilen beherrschen, kommt so ein Fünf-Meter-Schiff für die linke Autobahn-Spur gelinde gesagt überraschend. Ein Supersportwagen mit Familiensinn, der sich unbeirrt eine Fahrspur durch seine eigene heile Auto-Welt bahnen will.

AMG GT 63: Daimlers Antwort auf den Panamera
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Das Kalkül von Mercedes ist durchschaubar. Das zweisitzige AMG-Flaggschiff GT-Coupé oder Roadster ist bei aller Faszination ein Spielzeug für Besserverdiener, oft sogar nur ein Zweitwagen für sportliche Momente im Terminkalender seiner stressgeplagten Besitzer. Da auch die Superreichen nur selten Singles sind, musste ein Viersitzer mit ebenso vielen Türen her, sicher inspiriert vom Stuttgarter Nachbarn Porsche und dessen Erfolgsmodell Panamera. Natürlich durfte der um einen halben Meter gestreckte AMG GT nicht wie eine normale Limousine aussehen. Eine Coupé-Form war Pflicht, aber eben eine mit reichlich Innen- und Kofferraum.

Dieser große GT ist ein Schönling. Er steht allerdings nicht auf dem Unterbau des Coupés, sondern hat sich bei den großen Mercedes-Modellen wie der S-Klasse bedient. Geblieben ist die GT-typische Frontpartie mit der weit heruntergezogenen Haifisch-Nase, die markanten Falze auf der im Vergleich zum Zweisitzer deutlich kürzeren Motorhaube und die schlitzäugigen LED-Leuchten. Seitlich gibt sich der Viertürer aalglatt zwischen den ausgestellten Radhäusern, was die recht schmalen, rahmenlosen Seitenfenster in besonderer Weise zur Geltung bringt.

Mix aus Eleganz und Sportlichkeit

Sahnestücke sind das geschmeidig abfallende Dach und das in die Breite gezogene Heck mit ebenfalls schmalen Rückleuten. Auf der Klappe zum Kofferraum wartet ein mehrstufig ausfahrbarer Heckspoiler auf zunehmenden Anpressdruck. An das „kleine“ Coupé erinnern dann wieder die vier Endrohre und die beiden gewaltigen Auslässe, die die Kühlluft für die hinteren Bremsen ins Freie lassen. In Summe eine gelungene Mixtur aus Eleganz und Sportlichkeit, die sowohl beim Staatsempfang am Rande des roten Teppichs als auch auf der Rennstrecke eine gute Figur macht.

Die Formel-1-Strecke von Austin in Texas, bekannt durch die Steigung am Ende der Zielgerade und die zahllosen schnellen Kurvenpassagen: Hier kann die Schöne zum Biest werden, bringt dank ausgeklügelter Technik all das mit, was einen Rennwagen ausmacht. Fahrwerk und Allradantrieb sind ebenso elektronisch gesteuert wie die Hinterachslenkung, vier der sechs per Drehschalter an der rechten Lenkradspeiche wählbaren Programme sind dem Thema Spiel und Spaß gewidmet.

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