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Amitec: Service-Symposium diskutiert GVO

Redakteur: Dipl. Ing. (FH) Konrad Wenz

Die zweite Service-Diskussionsrunde von Werbas beleuchtete die Auswirkungen der GVO auf den Service. Klar war den Diskussionsteilnehmern, dass sich der Wettbewerb verschärft - auch weil die Kunden wechselbereiter sind.

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Matthias Nowotny von der Dialogmanufaktur führte durch die Diskussion rund um die GVO.
Matthias Nowotny von der Dialogmanufaktur führte durch die Diskussion rund um die GVO.
( Archiv: Vogel Business Media )

Die Frage, was die Kfz-GVO der Branche wirklich bringt, diskutierte eine sechsköpfige Expertenrunde am Rande der Amitec in Leipzig. Eine naheliegende Frage, hatten doch die Erfahrungen der letzten Gruppenfreistellungsverordnung (GVO) gezeigt, dass nicht alle Vorhaben auch ihre gewünschte Wirkung entfalten.

Seit dem 1. Juli 2010 ist die neue GVO in Kraft. Mit ihr soll vor allem der Servicebereich gestärkt werden. In den Fokus rücken dabei der freie Markt und Mehrmarkenwerkstätten. Auch markengebundene Autohäuser und Servicebetriebe können von den neuen Regelungen wie dem vereinfachten Zugang zu technischen Informationen profitieren. Mit dem Publikum diskutierten unter anderem Philipp Hess, Geschäftsführer der Hans Hess Autoteile GmbH, Detlev Moszicke, Inhaber des Auto Dienstes Moszicke, Jens Nietzschmann, stellvertretender Geschäftsführer der Deutsche Automobil Treuhand (DAT), und Dr. Ulrich Walz, Leiter Marketing ZF Services GmbH.

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Für Diskussionsstoff sorgten die Marktforscher der Berliner LDB Gruppe. Sie hatten die neue GVO neun Monate nach ihrem Start einem Praxistest unterzogen. Im Rahmen des LDB-Autohaus-Panels wurden 1.000 Werkstätten und Autohäuser in einer repräsentativen Umfrage zu den Auswirkungen der neuen Regelungen befragt.

  • Sind Veränderungen für den Servicebereich zu spüren?
  • Stehen tatsächlich mehr technische Informationen zur Verfügung?
  • Verändern sich die Möglichkeiten im Ersatzteilbereich?
  • Wo drückt der Schuh an der Basis wirklich?

Detlev Moszicke beantwortete diese Fragen sehr direkt: „Die GVO hat uns nicht besonders geholfen. Wenn wir als Freie Werkstatt einen jungen Fuhrpark betreuen, dann treten wir mit den markengebundenen Autohäusern in starken Wettbewerb – mit Hilfe können wir da nicht rechnen.“

Jens Nietzschmann berichtete, dass der Wettbewerb zwischen freien und markengebundenen Werkstätten heute auf „Augenhöhe“ stattfinde. Die verbesserte Situation bezüglich der technischen Daten und der Ersatzteilversorgung für die Freien Marktteilnehmer hätte dazu geführt. Dr. Walz erklärte allerdings, dass sein Unternehmen sehr wohl noch einen Unterschied mache, ob ein Ersatzteil an den Automobilhersteller oder an den freien Aftermarket geliefert würde. Die Fahrzeughersteller seien in dieser Beziehung schon etwas weiter als der Fahrzeugzulieferer. Die Hersteller hätten ihre Konzepte, mit denen sie den freien Markt beliefern würden.

Phillip Hess bemerkte, dass sich die Werkstatt auf verschiedene Kundenströme einstellen müsse. Kunden seien heute viel schneller bereit, in die Freie Werkstatt zu wechseln. Ebenso würden sie aber auch schneller zum Markenbetrieb zurückkehren, wenn das Angebot passe. Die Werkstatt müsse sich in jedem Fall in ihrem lokalen Markt behaupten, lautete sein Resümee.

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