Ford-Rückrufe Antriebsausfall und falsche Dokumente

Von Niko Ganzer 2 min Lesedauer

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Rund 77.000 E-Transportern droht fehlender Vortrieb und ein Wegrollen in der Parkstufe. Und für über 16.600 Transit (Custom) übernimmt der Hersteller eine Steuernachzahlung, die wegen zu niedriger Emissionsangaben fällig wird.

Zehntausende elektrisch betriebener Transits müssen von den Servicepartnern überprüft werden. (Bild:  Autoren-Union Mobilität/Ford)
Zehntausende elektrisch betriebener Transits müssen von den Servicepartnern überprüft werden.
(Bild: Autoren-Union Mobilität/Ford)

Für den Ford Transit gab es in den vergangenen Wochen zwei neue Rückrufmeldungen des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA). Der erste gilt weltweit für rund 77.000 Einheiten der Elektro-Variante des Transporters. Sie verließen zwischen 3. August 2021 und 31. Juli 2025 das Werk. Die linke hintere Halbwelle wurde in diesem Zeitraum möglicherweise nicht vollständig in die primäre Antriebseinheit eingesetzt.

Durch vorzeitigen Verschleiß der fehlerhaft eingesetzten Halbwelle kann ein Leck an der Getriebedichtung entstehen. Zudem ist durch den unvollständigen Eingriff über die Laufzeit auch Verzahnungsverschleiß möglich, was zum Ausfall der Drehmomentübertragung und damit des Vortriebs führen könnte. Auch kann die Parkfunktion des Getriebes ausfallen. Ein E-Transit könnte somit nach dem Einlegen der Stufe „P“ wegrollen, wenn nicht gleichzeitig die elektrische Feststellbremse (EPB) aktiviert wurde.

Laut US-Verkehrssicherheitsbehörde schätzt Ford, dass der Fehler bei fünf Prozent der Transporter auftreten kann. Informationen über Unfälle oder Verletzungen als Folge des Fehlers lägen bislang aber nicht vor. Damit das so bleibt, ersetzen Vertragswerkstätten nicht korrekt eingesetzte oder beschädigte Halbwellen. Bei Bedarf werden innere Bauteile der Antriebseinheit geprüft und erneuert. In US-Kundenanschreiben sagte Ford betroffenen Kunden vorher, dass sie etwa einen halben Tag auf ihr Gefährt verzichten müssen. Aus der Pressestelle der Ford Werke liegt hierzu noch keine Bestätigung vor.

Das gilt auch für den zweiten Rückruf, den ein bürokratischer Mangel verursacht. In der Konformitätserklärung (CoC) sind dem KBA zufolge die Angaben zum CO2-Ausstoß zu niedrig angegeben. Neben dem Austausch der CoC-Papiere finden sich noch zwei weitere interessante Punkte in der Flensburger Maßnahmenankündigung. So bieten die Ford-Partner „Unterstützung bei der Aktualisierung der Zulassungsunterlagen“. Außerdem erstattet der Hersteller die „zu wenig gezahlten Kfz-Steuern, die aufgrund der Neuzulassung fällig werden“.

Dies gilt insgesamt für 16.626 Transit und auch Transit Custom aus dem Bauzeitraum 14. September 2021 bis 13. Dezember 2024, davon 10.313 in Deutschland. Die interne Kennung des Rückrufs lautet „25C56“.

Fragen hierzu beantwortet die Kundenhotline unter 0221 - 9999 2999 – auch für die oben beschriebene Maßnahme mit dem Code „25SD9“, die in Deutschland für 5.875 Stromer gilt.

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