Antriebswellenaußengelenk: Den Schnappring überlisten

Neue Sicherungsring-Zange erleichtert Montage nach Achsmanschettentausch

| Autor: Ottmar Holz

Jetzt hat es sich „ausgesträubt“: Mit der neuen Spezialzange gelingt es mühelos, den Schnappring zusammenzudrücken.
Jetzt hat es sich „ausgesträubt“: Mit der neuen Spezialzange gelingt es mühelos, den Schnappring zusammenzudrücken. (Bild: Hazet)

Neue Problemlösung bei der Antriebswellenreparatur: Der Remscheider Werkzeugspezialist Hazet und der Gelenkwellenhersteller NTN-SNR haben in einem gemeinsamen Projekt eine neue spezielle Sicherungsring-Zange entwickelt, mit der sich das äußere Antriebswellengelenk (Gelenkkopf) schnell und beschädigungsfrei montieren lässt.

Bei praktisch allen aktuellen Antriebswellen sorgt ein federnder Drahtsicherungsring (Schnappring) für den axialen Festsitz in der vorgeschriebenen Endposition des Außengelenks. Er sitzt locker in einem umlaufenden Einstich in der Außenverzahnung der Welle und schnappt in einen entsprechenden Einstich in der Innenverzahnung des Gelenks. Diese Innenverzahnung hat zwar eine trichterförmige Fase, um den Schnappring beim Aufschieben des Gelenkkopfs zusammenzudrücken und so das vollständige Darübergleiten zu ermöglichen – doch oft funktioniert das nicht wie vorgesehen.

Der lose sitzende Ring verklemmt sich dann zwischen Welle und Gelenk. Wendet der Monteur jetzt mehr oder weniger rohe Gewalt in Form von kräftigen Hammerschlägen an, kommt es häufig zu Schäden am Ring und den Verzahnungen. Schlimmstenfalls gelingt ein annähernd vollständiger Zusammenbau, doch im Fahrbetrieb kann sich beispielsweise in einer Kurve die Welle aus dem Gelenk lösen, und das Fahrzeug bleibt vortriebslos liegen.

Aus der Produktion abgeleitet

Der Schnappring ist bei der Montage mit üblichem Werkzeug nicht zu erreichen. Auch der Versuch, den Ring mit einem Kabelbinder vorzuspannen und so die Montage zu erleichtern, ist meist nicht von Erfolg gekrönt.

In Zusammenarbeit mit dem Antriebswellenhersteller NTN-SNR hat Hazet die Sicherungsring-Zange 1847-12/15 entwickelt. Ähnlich wie bei der Montage am Fließband im Werk drückt der Monteur den Schnappring mit zwei zu dem jeweiligen Wellendurchmesser passend ausgesuchten Halbschalen mit der Montagezange zusammen. Die Halbschalen sind an ihrer Außenseite dem Einführtrichter des Gelenks entsprechend konusförmig abgeschrägt. Dadurch wird das Gelenk beim Aufschieben auch noch passend lotrecht ausgerichtet. Mit sieben abgestuften Halbschalenpaaren deckt der Anbieter nahezu alle Wellendurchmesser in Europa zugelassener Fahrzeuge ab.

Im Aufbewahrungskoffer mit Weichschaumeinlage sind enthalten:

  • Die Basiszange (zur Aufnahme der wechselbaren Halbschalenpaare)
  • Sieben Paar Halbschalen in abgestuften Durchmessern (von 19 bis 30 Millimetern)
  • Bedienungsanleitung

Die Montagezange 1847-12/15 ist ab sofort bis zum 29.2.2020 für 299 Euro (zuzüglich MWSt.) im einschlägigen Fachhandel erhältlich.

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