Tachomanipulation Apps decken Betrüge nur bedingt auf

Autor: Steffen Dominsky

Seit 2017 sollen Autobauer das Manipulieren von Kilometerständen unmöglich machen. Doch nach wie vor wird an Tachos gedreht, was das Zeug hält. Neuerdings sollen Apps samt Dongle Manipulationen aufdecken. Doch die schaffen das nur bedingt.

Quasi erfolgreich manipuliert: Das System „My Carly“ kann bei dem Golf keine Auffälligkeiten feststellen. Die angezeigten 52.378 Kilometer erkennt es als plausibel an.
Quasi erfolgreich manipuliert: Das System „My Carly“ kann bei dem Golf keine Auffälligkeiten feststellen. Die angezeigten 52.378 Kilometer erkennt es als plausibel an.
(Bild: Dominsky/»kfz-betrieb«)

Eigentlich sind Geburtstage etwas Schönes. Gleiches gilt für Jubiläen. Allen voran wenn es sich um runde handelt. Sein zehnjähriges Jubiläum feierte vor wenigen Wochen ein Großeinsatz der Münchner Polizei. Doch Grund zum Feiern gab und gibt es deshalb nur bedingt. Im Zuge einer groß angelegten Razzia hatte die Sondergruppe „Tacho“ am 15. März 2011 eine Einheit der „Tachomafia“ hopsgenommen. Mehr als 500 Beamte, Steuerfahnder und Staatsanwälte durchsuchten 150 Betriebe und Privatwohnungen und konfiszierten mehr als 230 Autos.

Die Auswertung der Unterlagen und Fahrzeuge ergab eine durchschnittliche Manipulation des Kilometerstands von 30.000 Kilometern – Minus, versteht sich. Laut Polizei ist jeder dritte Gebrauchte „gedreht“, was im Schnitt zu einem illegalen Mehrerlös von 3.500 Euro pro Fahrzeug führt. Macht bei gut sieben Millionen in Deutschland gehandelten Gebrauchtwagen hochgerechnet einen Schaden von circa sieben Milliarden Euro – jährlich! Verständlich, dass von da ab die Stimmen immer zahlreicher und lauter wurden, die ein „Schluss damit“ forderten.

Über den Autor

 Steffen Dominsky

Steffen Dominsky

Redakteur »kfz-betrieb«, "Fahrzeug + Karosserie", stellv. Ressortleiter Service & Technik »kfz-betrieb«, Vogel Communications Group