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AU-Neuordnung stößt auf Kritik

Autor / Redakteur: Holger Zietz / Christoph Baeuchle

Mit der Neuordnung der Abgasuntersuchung kommen auf die Betriebe weitere Belastungen zu. Soll die Untersuchung für die Betriebe weiterhin interessant sein, muss sie aus Sicht von Hans-Peter Lange, Präsident des Kfz-Gewerbes Berlin-Brandenburg, vor allem wirtschaftlich sein.

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Erneut im Amt bestätigt: Hans-Peter Lange, Präsident des Kfz-Gewerbes Berlin-Brandenburg.
Erneut im Amt bestätigt: Hans-Peter Lange, Präsident des Kfz-Gewerbes Berlin-Brandenburg.
(Bild: Zietz/»kfz-betrieb«)

Die angelaufene Neuordnung der Fahrzeuguntersuchung sorgt für Missmut unter den Betrieben. Damit die Abgasuntersuchung für die Werkstätten weiterhin interessant ist, müssen sich die Kosten für die Betriebe in Grenzen halten. „Es muss wirtschaftlich blieben“, stellte Präsident Hans-Peter Lange bei der Mitgliederversammlung des Kfz-Gewerbes Berlin-Brandenburg klar. Schon die Neugestaltung der Scheinwerfereinstellplätze habe viele Betriebe veranlasst, die Abnahme der Hauptuntersuchung im Betrieb zu hinterfragen.

Künftig müssen die Betriebe, die eine Abgasuntersuchung durchführen wollen, ein Qualitätsmanagementsystem (QM-System) vorweisen. Der leichteste Weg ist, sich dem QM-System des Bundesinnungsverbandes anzuschließen. Auch der Aufwand der Akkreditierung müsse sich für den Innungsbetrieb im Rahmen halten, forderte Lange. In seinem Landesverband hätten bereits Betriebe mit Blick auf die bevorstehende Änderung der Akkreditierung ihre AU-Berechtigung zurückgegeben. Zumal viele Betriebe verunsichert seien, wie sich die Elektromobilität auswirken werde. Sei dann überhaupt noch eine Abgasuntersuchung notwendig?

Blicken voraus: (v.li.) Knut Deutscher (Hauptgeschäftsführer HWK Cottbus), Thomas Lundt (Vizepräsident), Peter Lange (Präsident) und Ringo Becker (Vizepräsident; alle drei Kfz-Gewerbe Berlin-Brandenburg).
Blicken voraus: (v.li.) Knut Deutscher (Hauptgeschäftsführer HWK Cottbus), Thomas Lundt (Vizepräsident), Peter Lange (Präsident) und Ringo Becker (Vizepräsident; alle drei Kfz-Gewerbe Berlin-Brandenburg).
(Bild: Zietz/»kfz-betrieb«)

Doch so schnell ändert sich die Situation nicht. Eine Umstellung vom Verbrennungsmotor dauere viele Jahre, betonte ZDK-Geschäftsführer Werner Steber. Eine Umstellung auf Elektrofahrzeuge werden sich nach seiner Einschätzung über 15 bis 20 Jahre erstrecken. Zudem könnten weitere Antriebstechnologien wie synthetische Kraftstoffe und Wasserstoff in den nächsten Jahren an Bedeutung gewinnen.

Elektroauto passt „nicht überall“

Zudem haben die verschiedenen Antriebstechnologien ganz unterschiedliche Stärken. „Das Elektroauto hat seine Anwendungsgebiete“, betonte Vizepräsident Thomas Lundt, „aber eben nicht überall.“ In Berlin sei das Stromnetz nach Aussage des örtlichen Versorgungsunternehmens kaum tauglich, um im großen Stil Elektrofahrzeuge zu laden.

Auf den turnusgemäßen Neuwahlen zum Vorstand des Landesverbandes stimmte die Mitglieder erneut für Präsident Peter Lange und seine beiden Stellvertreter Thomas Lundt und Ringo Becker. Das Präsidium steht dem Landesverband mit seinen zwölf Innungen in den nächsten drei Jahren weiter vor.

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