Suchen

Auch Skoda kündigt die Verträge

Zu einer Geschäftsführerkonferenz flog Skoda seine deutschen Händler extra ins spanische Alicante. Dort legte Vertriebsvorstand Alain Favey den Vertragspartnern offen, was in naher Zukunft auf sie zukommt.

Firmen zum Thema

(Bild: Grimm / »kfz-betrieb«)

Die Aufregung über die Kündigung der Händlerverträge im VW-Netz ist voll im Gange, da bahnt sich bereits der nächste Einschlag an: Nach Aussagen von verschiedenen Teilnehmern der Skoda-Händlertagung in Alicante ist dort eine Vertragskündigung des deutschen Skoda-Netzes zur Sprache gekommen. Der Importeur selbst hatte die Frage, ob die Verträge tatsächlich gekündigt werden, auf Anfrage von »kfz-betrieb« zunächst nicht kommentiert. Inzwischen ist die Kündigung allerdings bestätigt.

Den Informationen der Tagungsteilnehmer zufolge soll die Kündigung analog zu den Kündigungen in der VW-Organisation 2018 ausgesprochen werden. Diese Information sei lediglich „in einem Halbsatz“ während der Ausführungen von Skoda-Vertriebschef Alain Favey gefallen, untermalt durch ein Chart, das nur gut eine halbe Minute zu sehen war. Das erklärt, warum einige Anwesende die Ankündigung offenbar nicht wahrgenommen haben. Mehrere Händler sagten im Gespräch mit »kfz-betrieb«, dass sie von einer bevorstehenden Kündigung nichts mitbekommen hätten.

Inzwischen hat Thomas Peckruhn, Präsident des Skoda-Partnerverbands, die Kündigung bestätigt. Demnach sollen die Verträge im dritten Quartal 2018 gekündigt werden. Seitens des Importeurs liege die Zusage vor, dass allen Skoda-Partnern ein Vertragsangebot unterbreitet werde. Anders als künftig im VW-Netz soll es zudem keine Margenreduzierung geben. Der Importeur werde über die Inhalte des neuen Vertragswerkes mit dem Verband in Kürze in Dialog treten.

Peckruhn macht deutlich, dass er die bisherige Kultur bei Skoda favorisiert hätte, notwendige Änderungen wie die Aufnahme der Digitalstrategie durch Anpassungen der bestehenden Verträge vorzunehmen. „Dieser Weg hätte die Partner weniger verunsichert.“ Dies gelte insbesondere vor dem Hintergrund, dass die Skoda-Partner im Rahmen neuer Standards erheblich in den Markenauftritt investiert und ein klares Bekenntnis zu den ambitionierten Zukunftsplänen von Skoda abgegeben haben.

Der Importeur selbst hatte in einem Statement lediglich mitgeteilt, dass „die Automobilbranche vor großen Herausforderungen und neuen Geschäftsmöglichkeiten steht. Elektromobilität, Digitalisierung und Konnektivität werden nicht nur das Autofahren selbst, sondern auch die gesamte Wertschöpfungskette des Automobils verändern und neue Chancen offenbaren. Vor diesem Hintergrund gilt es nun, Geschäftsmodelle zu überprüfen und gegebenenfalls zu aktualisieren. Der Handel bleibt dabei weiterhin unser zentraler Partner. Anpassungen wird Skoda Auto Deutschland in enger Abstimmung mit dem Verband der deutschen Skoda Vertragspartner vornehmen.“

Nicht zu vermischen sind die Aussagen aus Alicante mit den bereits seit Längerem mit dem deutschen Skoda-Händlerverband verhandelten Veränderungen bei den Bonuszahlungen. Das Bonussystem soll zum Jahreswechsel umgestellt werden, da es 14 Jahre alt ist und, wie Skoda-Deutschland-Geschäftsführer Frank Jürgens bereits auf der IAA sagte, sich seither „die Geschäftsstruktur von Skoda grundlegend geändert hat“. Dieses System könne der Importeur grundsätzlich jedes Jahr korrigieren. Eine Änderungskündigung oder Ähnliches sei dafür nicht nötig. Man tendiere bei der Neugestaltung „zu qualitativen Kriterien, was kleineren Händlern mit ihrer hohen Kundenbindung helfen dürfte“.

(ID:44947469)

Über den Autor

 Christoph Seyerlein

Christoph Seyerlein

Redakteur im Ressort Newsdesk bei »kfz-betrieb«