„Mit den neuen Händlerverträgen versetzt uns VW den K.O.“

Reaktionen auf die Kündigung der Partnerverträge

| Autor: Jakob Schreiner, Christoph Seyerlein

(Bild: VBM-Archiv)

Einen Tag nach dem Bekanntwerden der Kündigung der VW-Händlerverträge schwankt die Stimmung bei den VW-Partnern zwischen Fassungslosigkeit und Frustration. Nach nunmehr zwei Jahren im Zeichen zahlloser Probleme und hoher Kosten infolge der Abgasaffäre fühlen sich viele Händler erneut vor den Kopf gestoßen. Schließlich seien sie es, die seitdem an „vorderster Front“ für das Ansehen der Marke kämpfen. Einige dem »kfz-betrieb« namentlich bekannte VW-Händler haben sich auf Anfrage der Redaktion zur jüngsten Entwicklung geäußert.

Der Vertriebsleiter eines süddeutschen VW-Autohauses beispielsweise reagierte im Gespräch mit »kfz-betrieb« resigniert: „Die Stimmung ist am Boden. Wir haben keine Lust mehr, VW-Händler zu sein – die Begeisterung und die Emotionen in Verbindung mit der Marke sind weg.“ Für ihn sei das Vorgehen von VW planloser Aktionismus. Von den angepriesenen Entlastungen der Händler durch die neuen Verträge könne keine Rede sein.

Auch generell lege VW mittlerweile einen unzumutbaren Umgang mit seinen Partnern an den Tag. Das falle ihm besonders auf, da der Betrieb neben dem VW-Vertrag auch noch einen konzernfremden Vertrag besitzt. Die Beziehung mit dem anderen Hersteller laufe wesentlich partnerschaftlicher ab. „Wir haben die vergangen zwei Jahre den Kopf für den Konzern hingehalten, nachdem VW das Vertrauen der Kunden verspielt hat. Nach dieser Ankündigung ist unsere Loyalität auch dahin.“

Für ihn stehe fest, dass VW gezielt versucht, die Dieselaffäre für eine weitere Ausdünnung des Händlernetzes zu nutzen. „Wir Händler wurden vom Dieselgate angeknocked und bekommen mit den neuen Verträgen den endgültigen K.O. Jetzt wird gnadenlos ausgesiebt.“

Ein weiterer Händlerkollege aus Bayern sieht die Sache ähnlich. Auch für ihn ist klar, dass VW die neuen Händlerverträge zu seinen Gunsten nutzen möchte. Er ist über die jetzige Situation entsetzt und vom Vorgehen der Wolfsburger enttäuscht. „Der Hersteller hat den Weg der Kündigung gewählt, weil er gemerkt hat, dass er sonst in der Dieselaffäre schlechte Karten hätte. So hat er mit den neuen Verträgen ein Drohpotenzial in der Hand, um sich die Händler gefügig zu machen.“

Ihm pflichtet ein anderer Händlerkollege aus Mitteldeutschland bei: „VW macht es sich wie immer zuletzt sehr einfach. Mit dem aktuellen Vorgehen macht Wolfsburg dem Händler klar: Willst du einen neuen Vertrag, dann halt' gefälligst den Schnabel.“ Er selbst wolle nach jetzigem Stand der Dinge keinen neuen Vertrag mit VW schließen.

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