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Audi: Das kostet das Laden für E-Tron-Fahrer

Autor: Christoph Seyerlein

Audi hat gemeinsam mit Volkswagen Financial Services einen Ladeservice für Kunden des E-Tron entwickelt. Das Angebot sieht zwei verschiedene Tarifmodelle vor und soll E-Tron-Fahrern den Zugang zu mehr als 72.000 Ladepunkten in Europa gewährleisten.

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Audi verspricht seinen Kunden mehr als 72.000 Ladepunkte in Europa.
Audi verspricht seinen Kunden mehr als 72.000 Ladepunkte in Europa.
(Bild: Audi)

Der Marktstart des ersten Elektro-Audi E-Tron steht unmittelbar bevor. Am Freitag teilte der Hersteller nun mit, mit welchen Kosten für Ladevorgänge an öffentlichen Punkten Kunden rechnen müssen. Die Ingolstädter wollen es E-Tron-Fahrern schon bald ermöglichen, an mehr als 72.000 Stationen von über 220 Anbietern in ganz Europa ihr Auto aufladen zu können. Damit wäre der „Audi E-Tron Charging Service“ nach Angaben des Herstellers an etwa 80 Prozent aller öffentlichen Ladesäulen auf dem Kontinent verfügbar.

Zum Start ist das Tarifmodell in zehn Märkten live geschaltet, sechs weitere sollen noch im ersten Quartal 2019 folgen. Eine Erweiterung nach Osteuropa steht im Laufe des Jahres an. E-Tron-Fahrer können dabei zwischen zwei Tarifen wählen: Dem City-Tarif und dem Transit-Tarif. Ersterer soll vor allem Stadtpendler ansprechen, während sich das Transit-Angebot an Kunden richtet, die regelmäßig lange Strecken zurücklegen.

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Beim City-Tarif beträgt die monatliche Grundgebühr für Kunden in Deutschland 4,95 Euro bei einer Vertragslaufzeit von mindestens 12 Monaten. Jeder Ladevorgang an einer AC-Säule (bis 22 kW) kostet Kunden 7,95 Euro, für jedes Aufladen an einer DC-Säule (bis 50 kW) verlangt Audi 9,95 Euro. Wie viel Strom der Kunde dabei „tankt“ spielt keine Rolle.

Die Grundgebühr für den Transit-Tarif liegt in Deutschland bei 17,95 Euro – aber erst ab Jahr zwei, die ersten 12 Monate schenkt Audi seinen Kunden die Gebühr. Die Preise für das Laden an AC- und DC-Säulen entspricht denen des City-Tarifs. Transit-Kunden haben darüber hinaus die Möglichkeit, auch an High-Power-Charging-Punkten – beispielsweise von Ionity – mit bis zu 150 kW nachzuladen. Der Einführungspreis liegt dabei für E-Tron-Kunden bei 8 Euro pro Ladevorgang, der Vorzugspreis bei 33 Cent pro kWh.

Audi weist darauf hin, dass die Preise außerhalb Deutschlands abweichen können. Sie sollen sich aber jeweils im „landesüblichen“ Rahmen bewegen. Einen Kostenaufschlag für ein Roaming wird es nicht geben. Bei der Suche nach der nächsten Ladesäule sollen die My-Audi-App oder das Navigationssystem im E-Tron helfen. Dort soll auch in Echtzeit sichtbar sein, ob ein Ladepunkt belegt ist oder nicht.

Um den Audi E-Tron Charging Service nutzen zu können, müssen sich Kunden einmalig im My-Audi-Portal registrieren und einen Vertrag abschließen. Die Abrechnung erfolgt gebündelt am Monatsende. Das Angebotsmodell hat Audi gemeinsam mit Volkswagen Financial Services entwickelt.

105.900 Euro teure Sonderedition zum Marktstart

Mit den Auslieferungen des E-Tron will Audi im März beginnen. Zum Start gibt es eine auf 200 Stück limitierte Sonderversion namens „Edition One“. Diese ist vom Hersteller vorkonfiguriert und hat unter anderem 21-Zoll-Schmiederäder, Sportsitze, Panorama-Glasdach, LED-Matrix-Scheinwerfer; Lederausstattung, Vier-Zonen-Klimaautomatik, Audiosystem von Bang & Olufsen sowie virtuelle Außenspiegel, die dem Fahrer über Kameras Eindrücke vom rückwärtigen Verkehr vermitteln, mit an Bord. Der Preis liegt bei 105.900 Euro. Perspektivisch will Audi den E-Tron ab etwa 80.000 Euro anbieten.

Das 265 kW/360 PS starke E-Auto ist mit einer 95-kWh-Batterie ausgerüstet, die laut Hersteller eine Mindestreichweite von 270 Kilometer und laut WLTP-Messung eine von 400 Kilometer ermöglichen soll. Den Verbrauch auf 100 Kilometer gibt Audi mit gut 24 kWh an. Gebaut wird das Auto in Brüssel, nach Schätzungen des Marktbeobachters IHS Markit könnte der Hersteller die Jahresproduktion bis 2020 auf 55.000 E-Tron-Einheiten hochfahren.

Andere Hersteller, andere Preismodelle

Vergleicht man das Lade-Angebot von Audi mit dem anderer Hersteller gibt es den ein oder anderen Unterschied. Tesla verlangt für Ladevorgänge an den eigenen Superchargern beispielsweise Minuten-Preise. Bezieht ein Kunde bis zu 60 kW, kostet das 23 Cent pro Minute, für mehr als 60 kW werden 45 Cent pro Minute fällig.

BMW hat die Tarife „Charge Now Flex“ und „Charge Now Active“ im Angebot. Kunden des ersten Angebots der Münchner müssen eine einmalige Aktivierungsgebühr von 20 Euro bezahlen. Ladevorgänge an AC-Säulen kosten dann 7 Cent pro Minute am Tag und 3 Cent pro Minute in der Nacht. „Charge Now Active“-Kunden bezahlen eine monatliche Grundgebühr von 9,95 Euro. Für das Laden an AC-Säulen werden dann 4 Cent pro Minute am Tag und 2 Cent pro Minute in der Nacht fällig. Bei Renaults Angebot „Z.E. Pass“ variieren die Preise je nach Anbieter des Ladepunktes. Volkswagen verlangt für seinen Service „Charge & Fuel“ 5,90 Euro pro Ladevorgang.

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Über den Autor

 Christoph Seyerlein

Christoph Seyerlein

Redakteur im Ressort Newsdesk bei »kfz-betrieb«