Audi führt Digital-Brille für den Handel ein

Autor: Martin Achter

Kunden der Marke mit den vier Ringen sollen ihr Wunschauto beim Berater künftig schon wie bei der Auslieferung erleben. Audi will hierzu in diesem Jahr bei ersten Händlern Datenbrillen einsetzen.

Firmen zum Thema

Soll 2015 zu ersten Händlern kommen: die Virtual-Reality-Brille von Audi.
Soll 2015 zu ersten Händlern kommen: die Virtual-Reality-Brille von Audi.
(Foto: Audi)

Audi will in diesem Jahr bei der Digitalisierung seiner Händler-Schauräume einen Gang höher schalten. Am Rande der Automobilmesse in Detroit stellte der Hersteller am Donnerstag eine „Virtual-Reality“-Brille vor, mit der Kunden im Beratungsgespräch vollkonfigurierte Wunschfahrzeuge dreidimensional betrachten und auch deren Geräusche erleben können sollen.

Wann allerdings an ersten Handelsstandorten in Deutschland die Technologie zum Einsatz kommt, ist derzeit noch offen, wie ein Audi-Sprecher auf Anfrage von »kfz-betrieb« sagte. Audi teilte mit, die Einführung erfolgt „mit besonderem Fokus auf aufstrebenden Wachstumsmärkten, in denen das hohe Absatzwachstum der Audi AG von einem entsprechenden Ausbau der Kapazitäten im Handel begleitet wird.“ Auf diesen Märkten komme die Technologie noch in diesem Jahr in die Schauräume. Wie der Audi-Sprecher sagte, wird die Brille derzeit in einem ersten Betrieb in Brasilien erprobt.

Bildergalerie

Die Software hinter der Brille kann das gesamte Modellportfolio mit allen möglichen Ausstattungsvarianten und Individualisierungsoptionen wie Multimediasystemen, Farben oder Sitzbezügen liefern. Der Kunde könne so sein Fahrzeug „nahezu lebensecht“ erleben – etwa aus der Perspektive des Fahrers oder auch von außen. Es sei auch möglich, einen virtuellen Blick in den Kofferraum zu werfen.

Damit der Kunde das Fahrzeug aus allen Blickwinkeln betrachten kann, verfolgt eine Kamera seine Kopfbewegungen. Die Brille passt das angezeigte Bild an den Blickwinkel an. Der Betrachter fühle sich „vollständig in die dargestellte Szenerie integriert“. Die Bilddarstellung ist hochauflösend und dadurch besonders detailreich. Die Realitätsnähe werde durch Hochleistungsrechner im Hintergrund gewährleistet, die Bilder vom Fahrzeug in hoher Frequenz ausgeben. Kopfhörer geben die Geräusche des Fahrzeugs wieder, wie etwa wenn eine Tür zuschnappt, ebenso die Stimme des Verkaufsberaters.

Händler sollen die Technologie künftig auch im Außendienst einsetzen können. Damit sollen unter anderem Besuche beim Kunden zu Hause möglich sein.

Audi treibt die Digitalisierung der Händlerschauräume immer weiter voran. Anfang vergangenen Jahres eröffnete der Hersteller seinen ersten volldigitalen Schauraum auf deutschem Boden in Berlin unter dem Namen „Audi City“. Die Technologien aus der Audi City nutzten im vergangenen Jahr europaweit 16 Pilothändler. Dieses Jahr sollen 200 weitere Standorte folgen.

(ID:43158983)

Über den Autor

 Martin Achter

Martin Achter

Ressortleiter Management & Handel / »kfz-betrieb«