Audi: „Handelsstrategie ist nicht in Stein gemeißelt“

Autor: Christoph Seyerlein

Europaweit setzt Audi bei seinen Partnerbetrieben derzeit auf dieselben Terminals. Martin Sander, Deutschland-Vertriebschef der Ingolstädter, stellt dieses Modell in Frage und arbeitet an neuen Formaten.

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Martin Sander, Deutschland-Vertriebschef von Audi.
Martin Sander, Deutschland-Vertriebschef von Audi.
(Bild: Seyerlein/»kfz-betrieb«)

Audi will seinen Vertrieb vielfältiger aufstellen. Martin Sander, Vertriebschef Deutschland der Marke mit den vier Ringen, sagte im Gespräch mit »kfz-betrieb« am Rande des Genfer Automobilsalons: „Die Handelsstrategie mit ein- und demselben Terminal-Format an jedem Standort in Deutschland und Europa ist nicht in Stein gemeißelt.“

Das Modell Hersteller-Handel sei ein Erfolgsmodell, an dem Audi nicht rütteln will. Der Hersteller und seine Partner müssten aber auf zunehmend veränderte Ansprüche der Kunden reagieren, so Sander.

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Beispielsweise seien die Anforderungen an ein Audi-Autohaus auf dem Land andere, als die an einen Großstadt-Betrieb. Vor diesem Hintergrund sei man auch offen für neue Konzepte wie etwa Stores in Einkaufszentren oder Audi-Repräsentanzen in Innenstädten. „Wir müssen unsere Marke an Orten präsentieren, an denen die Leute auch Zeit haben, sich mit unseren Produkten zu beschäftigen“, sagte Sander.

Entscheidend sei, dass die Infrastruktur stimme: „Der Kunde will sein Wunschauto anschauen, Probe fahren, Informationen zur Finanzierung und zum Service erhalten. Das müssen wir jederzeit anbieten können“, so der Deutschland-Vertriebschef weiter. Für kleinere Betriebe könnte es schwer werden, diesen Ansprüchen gerecht zu werden. Sander rät ihnen deshalb zu Kooperationen mit größeren Audi-Partnern.

„Wir dringen in die Welt von Amazon, Ebay und Co. vor“

Bereits kurz vor dem Start befindet sich Audis geplante Online-Plattform für Gebrauchtwagen. Im Juni startet Audi in einigen Pilot-Betrieben mit der Testphase des „Projekts E-Commerce“. Die breite Markteinführung des Programms in Deutschland ist für September geplant. Kunden sollen dadurch künftig mit Hilfe weniger Klicks Gebrauchtwagen online kaufen können. Audi stellt dazu die Plattform, die Abwicklung des Geschäfts und die Auslieferung übernehmen die Audi-Partner.

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„Der Händler bleibt damit auch in Zukunft unser zentraler Kontakt zum Kunden, wir ziehen kein System am Handel vorbei auf“, betonte Sander. Audi selbst sieht in seinem Vorhaben großes Potenzial: „Mit unserem Online-Gebrauchtwagengeschäft dringen wir in die Welt von Amazon, Ebay und Co. vor“, so Sander.

Ein ausführliches Interview mit Martin Sander lesen unsere Abonnenten in »kfz-betrieb« Ausgabe 14 „Markt und Marken“, die am 7. April 2017 erscheint.

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 Christoph Seyerlein

Christoph Seyerlein

Redakteur im Ressort Newsdesk bei »kfz-betrieb«