Audi-Museum: 150 Jahre Horch & „Zurück in die Zukunft“

Autor: Steffen Dominsky

Zu Ehren des 150. Geburtstags von August Horch zeigt das „Audi Museum Mobile“ eine vom August Horch Museum Zwickau konzipierte Sonderausstellung über den Gründer der Audi AG. Darüber hinaus findet parallel die Sonderschau „Zurück in die Zukunft“ statt.

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Vor 150 Jahren erblickte August Horch, Gründer der Marke Audi, das Licht der Welt.
Vor 150 Jahren erblickte August Horch, Gründer der Marke Audi, das Licht der Welt.
(Bild: Audi AG)

Obwohl von Horch nur wenig Materielles die Zeit überdauerte, zeichnet eine Ausstellung, die noch bis 23. Juni dauert, die wichtigsten Stationen des Lebenswegs von August Horch nach. Sie folgt den Spuren des Schmieds, des Konstrukteurs, des Firmengründers, des Motorsportlers, des Funktionärs aber vor allem denen des Menschen August Horch. Horch, der am 12. Oktober 1868 in Winningen an der Mosel geboren wurde, ging es Zeit seines Lebens um praktische Nachfolgeverbesserungen am Automobil. Er war nicht der Erfinder des heute so selbstverständlichen Fortbewegungsmittels, aber er hat bessere Gebrauchseigenschaften für seine Fahrzeuge umgesetzt und damit dem Automobilbau in der frühen Entwicklungsphase entscheidende Impulse verliehen. Seinen Leitsatz, dass er „unter allen Umständen nur große, starke und gute Wagen bauen wolle“, hat Horch zielgerichtet verwirklicht.

Als er 1896 das erste Mal mit einem Automobil in Berührung kam, war die Erfindung gerade zehn Jahre alt. Das Auto steckte in den Kinderschuhen und war im Grunde eine Kutsche mit Verbrennungsmotor. Zuvor war der gelernte Schmied jahrelang, wie damals üblich, zu Fuß auf der Walz, arbeitete in verschiedensten Betrieben und kam dabei bis nach Serbien. Neugier und Erfindergeist führten Horch 1896 mit Carl Benz zusammen, der in Mannheim bereits Motorwagen bauen ließ. Nach nur vier Monaten übertrug dieser Horch bereits den Betrieb des Motorwagenbaus, was Horch unter anderem verantwortlich machte für die Produktion des Vélo, des ersten, serienmäßig hergestellten Automobils der Welt.

Aufstieg und Fall

Gegen den Widerstand der Firmenchefs wollte er noch leistungsfähigere Modelle entwickeln. Er stieß an Grenzen.1899 macht sich Horch deshalb in Köln-Ehrenfeld selbständig, gründete Horch & Cie. und meldete bald sein erstes Patent an: Ein Abreißgestänge, das das Anspringen der Fahrzeugmotoren erheblich erleichterte. Ein Jahr später war der erste eigene Wagen von August Horch fahrbereit. In Köln hatte Horch mit seinem Unternehmen aber keine Zukunft. Es mangelte an Fläche und an Investoren. 1902 zog Horch ins sächsische Reichenbach, zwei Jahre später nach Zwickau.

1909, nach Auseinandersetzungen mit dem Aufsichtsrat, muss August Horch seine eigene Firma verlassen und gründet nur Wochen später die Audi Automobil-Werke mbH (in Anlehnung an die lateinische Übersetzung seines Namens). 1920 verlässt Horch auch Audi und arbeitet bis 1941 als Gutachter und Sachverständiger in Berlin. 1951 stirbt er im oberfränkischen Münchberg.

„Zurück in die Zukunft“

13 Studien und Prototypen sowie drei Motoräder aus der Geschichte der Audi AG sind die neuen Protagonisten auf dem Paternoster im Audi museum mobile in Ingolstadt. Gemäß dem Titel „Zurück in die Zukunft“ präsentiert das Museum automobile Zeitzeugen, die nur höchst selten zu sehen sind. Die Sonderausstellung ist ab sofort bis Ende März 2020 geöffnet.

Heimste einst auf einer US-Autobahn Lorbeeren ein: Der NSU Rekordwagen von 1963 mit 500-ccm-Motor.
Heimste einst auf einer US-Autobahn Lorbeeren ein: Der NSU Rekordwagen von 1963 mit 500-ccm-Motor.
(Bild: Audi AG)

Für die Kenner der Marke ergeben sich zahlreiche Momente, „alte Bekannte“ und fast vergessene Vertreter innovativer Ingenieurskunst und Designfantasie wieder zu entdecken. Zum Beispiel der spektakuläre NSU Rekordwagen von 1963, der mit seinem 500-ccm-Motor in den USA und auf einem gesperrten Autobahnteilstück Rekorde über einen Kilometer und eine Meile bei fliegendem Start aufstellte.

Für Fans der jüngeren Geschichte der Marke gibt es unter anderem den Audi quattro Spyder, den Avus quattro oder den Quattro Steppenwolf zu sehen. Auch die Liebhaber von Motorrädern finden auf dem neu bestückten Paternoster spezielle Maschinen vor. Die Münch 4 TTS war zum Produktionsstart 1966 mit seinen 1200 ccm das leistungsstärkste Straßenmotorrad der Welt. Ebenfalls zu sehen ist der Prototyp des Audi Motorrads von 1977. Zu einer Wiederbelebung der großen Motorradtradition unter der Vorgängermarke DKW sollte es aber nicht mehr kommen.

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Über den Autor

 Steffen Dominsky

Steffen Dominsky

Redakteur »kfz-betrieb«, "Fahrzeug + Karosserie", stellv. Ressortleiter Service & Technik »kfz-betrieb«, Vogel Communications Group